München

»Wir sind da – und bleiben«

Präsidentin Charlotte Knobloch Foto: Astrid Schmidhuber

Für die Zukunft der Gemeinde stehen wichtige Aufgaben an, das machte Präsidentin Charlotte Knobloch bei der Gemeindeversammlung deutlich. Neben ihrem Dank an die Mitglieder der Chewra Kadischa und allen anderen im Friedhofsbereich engagierten Mitarbeitern unterstrich sie auch, dass dringend neuer Raum für einen weiteren Friedhof gefunden werden müsse.

Erfolgreich und fast abgeschlossen dagegen ist das Projekt Kinderkrippe, die im Frühjahr kommenden Jahres eröffnet werden soll und rund 100 Kindern tagsüber ein Zuhause bieten wird. Und auch für ein weiteres, lang ersehntes Projekt der Kultusgemeinde zeichnet sich ein Erfolg ab: ein Haus für Betreutes Wohnen. Ein erster Etatposten hierfür ist bereits in dem von Finanzdezernent Abi Pitum vorgelegten Finanzplan für das Jahr 2014 vorgesehen. Dieser wie auch die Ergebnisse des abgeschlossenen Haushaltsjahres wurden von der Versammlung ohne Gegenstimmen angenommen.

rentenfrage Über diese Pläne hinaus gibt es noch vieles, was Präsidentin Charlotte Knobloch nicht nur am Herzen liegt, sondern dessen Erledigung ganz besonders drängend ist: etwa die Rentenfrage. Neben den Altersbezügen für die Zuwanderer errege sie »das unsägliche Geschacher um die Ghetto-Renten – ein unmoralisches Spiel auf Zeit, das angesichts der eher lächerlichen Summen, um die es geht, durch nichts zu rechtfertigen ist«, so Knobloch.

Erleichtert hingegen sei sie, dass der Koalitionsvertrag von Union und SPD festhalte, dass den berechtigten Interessen der Holocaust-Überlebenden nach einer angemessenen Entschädigung für die im Ghetto geleistete Arbeit Rechnung getragen werde. Zufrieden allerdings werde sie erst dann sein, wenn die letzten Überlebenden endlich die Hilfe bekommen, auf die sie vielfach dringend angewiesen seien, betonte Knobloch.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, unterstrich Knobloch. Auf diesem Gebiet habe zwar schon einiges erreicht werden können. Aber »viele hochqualifizierte Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion sind nach wie vor gegenüber ihren deutschen Berufskollegen benachteiligt«.

mitarbeit Um all die Aufgaben der Gemeinde zu deren Wohl erfüllen und sich für anstehende Zukunftsaufgaben einsetzen zu können, sei die Mitarbeit und Unterstützung aller gefragt, erklärte Charlotte Knobloch. Deshalb dankte sie allen Mitgliedern des IKG-Vorstands, die sich gemeinsam mit ihr ehrenamtlich und unermüdlich für eine stabile und zukunftsfeste Infrastruktur der IKG einsetzen.

Die Präsidentin versicherte den Gemeindemitgliedern: »Wir werden nicht schweigen, wenn es gilt, unsere jüdischen Interessen zu vertreten und Ihre Belange durchzusetzen. Wir treten für Ihre Anliegen ein, und wir verleihen unseren jüdischen Ansprüchen Nachdruck«, versprach Knobloch. Das gelte nach außen ebenso wie innerhalb der Gemeinde.

Charlotte Knobloch formulierte aber auch einen Wunsch und eine Bitte: »Gemeinsam sind wir stark. Wir lassen uns nicht verdrängen. Nie wieder!«, erklärte sie nachdrücklich. »Wir sind da. Wir bleiben. Und wir werden noch stärker werden. Alles ist möglich – wenn wir alle nur zusammenstehen und als Gemeinde füreinander einstehen.«

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