Wuppertal

Weitere Festnahmen nach Anschlag auf Synagoge

YouTube-Video der sogenannten Scharia-Polizei Foto: Screenshot JA

Fünf Wochen nach dem Brandanschlag auf die Synagoge in Wuppertal hat die Polizei zwei weitere Palästinenser festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, wurden Haftbefehle gegen einen 18 und einen 29 Jahre alten Mann vollstreckt. Gemeinsam mit einem dritten Verdächtigen, einem 18-jährigen Palästinenser, sollen sie in der Nacht zum 29. Juli Molotowcocktails auf das Gotteshaus geworfen haben.

Insgesamt 66 Beamte durchsuchten die Wohnungen der mutmaßlichen Täter. Auch die Wohnung einer weiteren Person, deren Rolle bei dem Anschlag noch unklar ist, wurde durchsucht. Den Tatverdächtigen wird versuchte schwere Brandstiftung vorgeworfen.

»Scharia-Polizei« Unterdessen gehen die Behörden gegen eine salafistische Gruppe vor, die in der Innenstadt von Wuppertal-Elberfeld als »Scharia-Polizei« auftritt. Laut einer Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Wuppertal hätten Angehörige der salafistischen Szene in der Stadt versucht, junge Menschen zu beeinflussen und anzuwerben. Am Mittwochabend habe die Polizei in der Elberfelder Innenstadt eine Gruppe kontrolliert, die Westen mit dem Aufdruck »Scharia Police« trug.

Auf einem YouTube-Video der Gruppe hieß es: »Scharia-Polizei: Bald auch in deiner Stadt.« Weiter wurde angekündigt: »Sie betreten jetzt die Scharia-kontrollierte Zone. Kein Glücksspiel, kein Alkohol, keine Drogen, keine Prostitution, keine Musik, keine Konzerte.«

Danach waren drei junge bärtige Männer zu sehen, die in einem Wuppertaler Spielkasino versuchten, Menschen vom Glücksspiel abzubringen, und auf der Straße zum Besuch des Freitagsgebets aufriefen.

Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher warnt eindringlich davor, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen: »Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich beim Staat! Ein Auftreten, das einschüchtert, verunsichert oder provoziert, wird nicht geduldet. Es gibt keine Legitimation für diese ›Scharia-Polizei‹. Wählen Sie 110, wenn Sie diesen Leuten begegnen.«

Gegen die Aktivisten seien Strafverfahren eingeleitet worden. »Wir beobachten die Salafisten im Bergischen Städtedreieck intensiv. Wir gehen konsequent gegen strafwürdiges Verhalten vor«, hieß es weiter in der Mitteilung der Polizei.

salafisten Ein Polizeisprecher in Wuppertal sagte der Jüdischen Allgemeinen am Freitag, zwischen den Aktivitäten der »Scharia-Polizei« und dem Anschlag auf die Synagoge bestehe kein Zusammenhang. Die Salafisten-Szene setze sich vor allem aus deutschen Staatsangehörigen zusammen.

Vor mehreren Monaten habe »eine Person, die dem Salafistenkreis zuzuordnen ist«, in einem ehemaligen Wuppertaler Fabrikgelände Räume angemietet, um dort eine Moschee zu gründen. Der Vermieter habe den Mietvertrag aber inzwischen gekündigt. Die Teilnehmerzahl bei den Treffen der Salafisten sei rückläufig, so der Polizeisprecher.

Boris Schulman

Dieses Jahr ist Jom Haschoa anders

Zum Tag des Gedenkens an die Schoah reflektiert unser Autor die Bedeutung des Heimatbegriffs in Bezug auf Deutschland und Israel

von Boris Schulman  07.05.2024

Oldenburg

Brandanschlag auf Synagoge: Erste Hinweise auf Tatverdächtigen

Für Hinweise, die zur Tataufklärung führen, ist eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgesetzt

 06.05.2024

Berlin

Zeichen der Solidarität

Jüdische Gemeinde zu Berlin ist Gastgeber für eine Gruppe israelischer Kinder

 15.04.2024

Berlin

Koscher Foodfestival bei Chabad

»Gerade jetzt ist es wichtig, das kulturelle Miteinander zu stärken«, betont Rabbiner Yehuda Teichtal

 07.04.2024

Hannover

Tränen des Glücks

Auf der Damentoilette gibt es eine Schminkorgie, während Backstage auch mal die Gefühle durchgehen. Aber »je näher der Abend, desto geringer die Aufregung«

von Sophie Albers Ben Chamo  31.03.2024

Hannover

»Alle sollen uns hören und sehen!«

Tag zwei der Jewrovision beweist, dass immer noch mehr Energie möglich ist. Nach Workshops und Super-Hawdala geht es zur Kirmes und auf die Zielgerade zur Generalprobe am Sonntagvormittag

von Sophie Albers Ben Chamo  30.03.2024

Jewrovision

Perfekter Auftritt

Der Countdown zur 21. Jewrovision läuft. Rund 1300 Teilnehmer und Gäste aus den deutschen Gemeinden purzeln in Hannover aus den Bussen und bereiten sich auf das große Finale am Sonntag vor: Time to Shine!

von Sophie Albers Ben Chamo  29.03.2024

Hannover

Tipps von Jewrovision-Juror Mike Singer

Der 24-jährige Rapper und Sänger wurde selbst in einer Castingshow für Kinder bekannt

 26.03.2024

Berlin

Purim für Geflüchtete

Rabbiner Teichtal: »Jetzt ist es wichtiger denn je, den Geflüchteten die Freude am Feiertag zu bringen«

 21.03.2024