Song Contest

Stark, stärker, Chasak!

Chasak aus Hamburg sind die Sieger der 16. Jewrovision. Coole Show, cooles Styling! Foto: Gregor Zielke

Sie kamen, performten und nahmen den Pokal mit nach Hause: Das Hamburger Jugendzentrum Chasak hat die Jewrovision 2017 gewonnen. Mit ihrem Song »Be Proud to be a Jew« und den wohl durchgestyltesten Outfits des Abends holten die Hamburger »Chasakniks« mit 104 Punkten nicht nur den ersten Platz in der Show, sondern auch gleich den Preis für das beste Video. Mit ihrem Clip Chasak Bling 2.0 überzeugten die Hamburger nicht nur die Jury, sondern auch das Publikum in der Karlsruher Schwarzwaldhalle. Dort hatten sich am Samstagabend mehr als 2000 Zuschauer versammelt, um die Auftritte der Kinder und Jugendlichen aus 18 Jugendzentren zu sehen.

Und was die Zehn‐ bis 19‐Jährigen alles auf die Beine stellten, konnte sich sehen lassen: von erfahrenen Jewrovision‐Teilnehmern wie Berlin, Stuttgart oder Mannheim bis hin zu absoluten Newcomern wie dem Jugendzentrum »Elef Drachim Saarbrücken feat. Trier«, das mit seinem Song »Schlaflose Nacht« eine schöne Première feierte, oder JewEsch Nordrhein, das sein eigenes Motto »Many Cities, Many Faces. But all Jewish« in dem Song »Jüdischkeit« umsetzte.

motto Die Jewrovision hatte mit »United Cultures of Judaism« natürlich auch ein Motto, das sich durch die Auftritte zog. Egal, woher man kommt, egal, welche Sprache man spricht: Eines eint alle, nämlich ihr Judentum. »Mit ihren tollen Auftritten ha‐ben die Jugendlichen gleichermaßen die kulturellen Unterschiede und den starken Zusammenhalt der jüdischen Gemeinschaft verdeutlicht. Die Vielfalt verstehen wir als Bereicherung. Das ist die ermutigende Botschaft der Jewrovision«, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster. Er dankte zudem der Genesis Philanthropy Group für ihre Unterstützung.

Alle Jugendzentren legten viel Herzblut in die Choreografie und hatten vom zarten Kleidchen über coole Schiebermützen bis hin zum rosa Trainingsanzug richtig gute Outfits. Das Dortmunder JuZe Emuna schaffte den Spagat zwischen Kafka und Falafel, das JuZe Amichai aus Frankfurt spielte charmant mit den Klischees und fragte in seinem Song »So beautiful«: »Russland, was wären unsere Feste/Ohne euer Herz, ohne Wodka!?!«. Auch das JuZe
Fantastic4 JuJuBa belegte den 7. Platz. Mit »Everybody’s Traum« kamen sie in die Top Ten.

Das JuZe Neshama aus München wusste: »Sprache, Herkunft, ganz egal/Wir kommen von überall«. Und JuZe Jachad aus Köln sang zu Shakiras »Waka Waka« Anachnu Mischpacha – »Wir sind eine Familie«.

»Coexist« war das Motto des Siegers der vergangenen beiden Jahre, des JuZe Or Chadasch Mannheim feat. JuJuBa. Die Jugendlichen wollten das Triple holen. Besondere Nervosität deswegen merkte man ihrem Auftritt nicht an. Zu »Mas que nada« von Sergio Mendes sangen sie »We are united«. Dass die Jewrovision von den Acts, die von Jahr zu Jahr professioneller werden, lebt, ist kein Geheimnis, aber das Salz in der Suppe war neben den vielen kleinen und großen Auftritten die Moderation.

moderator Der Berliner Shai Hoffmann nahm das Publikum an die Hand und führte es charmant durch Pausen, zu Auftritten des Rappers Ben Salomo und half bei kleinen technischen Herausforderungen mit dem »Jewro Movement« über das Warten zum nächsten Auftritt hinweg. Zwölf Punkte für die Moderation wären Shai Hoffmann vom Publikum bestimmt sicher gewesen.

Etwas schwerer hatte es da schon die Jury. Aber nicht mangelnder Qualität wegen, sondern weil alle 18 Gruppen mittlerweile auf hohem Niveau um den ersten Platz kämpfen. Daniel Botmann, Rebecca Siemoneit‐Barum, Nachumi Rosenblatt, Andrea Kiewel, Jamie‐Lee, Cosmo Klein, Tallana Gabriel, Ben Salomo und Gil Ofarim taten sich sichtlich schwer mit der Punktevergabe – hatten doch alle irgendwie gewonnen.

Selbst Jury‐Mitglied Ofarim, der gemeinsam mit seinem Bruder Tal die Herzen der Teenager‐Mädchen mit Gesang und Gitarre höher schlagen ließ, räumte ein: »Eigentlich hätte ich eure Vorband sein sollen«, denn alle jungen Künstler waren richtig gut. Der ganze Abend war »spitzenklasse«, resümierte auch Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden. Und genau das feierten die Jugendlichen noch bei der After‐Show‐Party.

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