Berlin

Sohn von Terroropfer entzündet viertes Licht

Acht Lichter für den Frieden: Weltweit feiern Juden in diesen Tagen das Lichterfest Chanukka. Am Dienstagabend wurde an Europas größtem Chanukkaleuchter vor dem Brandenburger Tor das vierte Licht entzündet. Rund 300 Menschen waren auf dem Pariser Platz in stiller Anteilnahme zusammengekommen – in diesem Jahr ist das Lichterfest in Berlin den Opfern des Terroranschlags vom Breitscheidplatz gewidmet.

Or Elyakim, dessen Mutter Dalia bei dem Anschlag am 19. Dezember ums Leben kam, entzündete das Chanukkalicht. Sein Vater Rami liegt schwer verletzt in einem Berliner Krankenhaus. Das Ehepaar aus Israel war zu einem Kurzurlaub nach Berlin gereist. Or Elyakim ist mit seiner Schwester nach Berlin gekommen, um zu trauern und seinem Vater zur Seite zu stehen.

botschaft »Vor acht Tagen haben wir in Berlin einen schlimmen Terrorabend erlebt. Es war ein Anschlag, der gegen alle Menschen gerichtet ist, die die Freiheit und die Demokratie lieben. Aber die Finsternis wird niemals über das Licht siegen«, sagte Rabbiner Yehuda Teichtal vom Jüdischen Bildungszentrum Chabad in Berlin. Angesichts der tödlichen Attacke an der Gedächtniskirche und vorheriger Ereignisse in Europa sei es von besonderer Bedeutung, »die Botschaft in die ganze Welt zu senden, dass Deutschland heute ein offenes und tolerantes Land ist«, erklärte Teichtal.

An der feierlichen Zeremonie nahmen neben christlichen, muslimischen und jüdischen Vertretern auch Politiker wie Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau, Berlins Bürgermeisterin Ramona Pop und Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman teil.

demokratie »Unabhängig von unserer Religion müssen wir zeigen, dass wir Verantwortung für Frieden und Freiheit in der Welt tragen. Wir lassen uns unser Miteinander und unsere freie Art zu leben von niemandem kaputt machen«, erklärte die Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau, und wünschte allen Gemeindemitgliedern ein friedliches Chanukkafest. Das Licht der Chanukkia sei auch ein Triumph des Lebens über den Tod, ein Sieg der Demokratie über die islamistische Gewaltideologie.

Vielen Besuchern, die an diesem Dienstag zum Kerzenzünden auf den Pariser Platz gekommen waren, war es wichtig, ein Zeichen gegen Terror und Hass zu setzen. »Jedes Jahr komme ich zum Kerzenzünden hierher. Ich möchte auch mein Mitgefühl mit den Opfern des Terrors ausdrücken«, sagte Dagmar Otschik, Mitglied der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

 

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