München

Poetische Bilder

Ausstellung zum Buch der Psalmen in der IKG

von Helmut Reister  23.08.2016 18:49 Uhr

Psalm 137 Foto: HP55b/Josua Reichert

Ausstellung zum Buch der Psalmen in der IKG

von Helmut Reister  23.08.2016 18:49 Uhr

Im Rahmen der »Jüdischen Kulturtage« ist im Foyer des Gemeindezentrums die Ausstellung Haidholzener Psalter – Psalmen im Bild zu sehen. Die Präsentation, die vom 4. September bis 7. November zu sehen ist, kann montags bis donnerstags zwischen 15 und 19 Uhr besucht werden. An den jüdischen und gesetzlichen Feiertagen ist sie geschlossen.

Das Buch der Psalmen (Sefer Tehillim) zählt zu den kostbarsten Texten des Judentums. Seit König David, also seit etwa 3000 Jahren, begleitet es die Geschichte des jüdischen Volkes durch die Jahrhunderte – und bildet, wie man sagt, die »lyrische Quintessenz der ganzen Bibel«.

Experte Diesen uralten Schatz in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, machten sich 1974 der Künstler und Typograf Josua Reichert und der Philologe Karl Neuwirth zur Aufgabe. Beide sind ausgewiesene Experten, jeder auf seinem speziellen Gebiet. Reichert studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und wurde wegen seines künstlerischen Schaffens vielfach ausgezeichnet. Neuwirth studierte in Israel, lehrte als Orientalist an der LMU München und lebt auch in der Landeshauptstadt.

Bewusst wählten sie als Arbeitsgrundlage keine weitere von bereits unzähligen mehr oder weniger gut gelungenen Übersetzungen, sondern orientierten sich an dem überlieferten masoretischen Originaltext unter Berücksichtigung der ältesten Schreibtraditionen und Layout-Versuche, aber mit der Sensibilität und Ästhetik von heute. Was jahrhundertelang als Klang, als Klage und Jubelruf, als Gesang und Gebet in der Luft schwebte und von den Wänden widerhallte, das sollte nun auch als Figur, als Farbe, als Schrift-Bild sichtbar werden.

Die Einblattdrucke, die versuchen, einen wichtigen Teil der hebräischen Poesie optisch begreiflich zu machen, laden in besonderem Maße zur Auseinandersetzung mit der hebräischen Sprache und jüdischem Denken ein. Das Wechselspiel von kraftvollen Farben und individuellen typografischen Lösungen macht die hebräischen Psalmen geradezu sinnlich erfahrbar. Von den über 100 Blättern wird in der Ausstellung eine Auswahl präsentiert.

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