Jewrovision

Make a Difference

Groß, goldglänzend und heiß begehrt – der Pokal, den die Jugendlichen des Mannheimer Jugendzentrums Or Chadasch kurz vor ein Uhr nachts am Sonntag hoch in die Luft hielten, war der Lohn für das harte Training, die Proben und den gelungenen Auftritt am Samstagabend bei der 14. Jewrovision im Kölner XPost: Mit 104 Punkten gewannen die Baden-Württemberger den größten jüdischen Gesangswettbewerb Europas klar vor den zweitplatzierten Kölner Jugendlichen vom JuZe Jachad (83 Punkte) und den drittplatzierten Hannoveranern aus dem JuZe Chai (83 Punkte).

Obwohl die beiden Städte punktemäßig gleichauf waren, gewannen die Kölner den zweiten Platz, denn die Leiter der Jugendzentren hatten für Köln mehr Punkte gegeben als für Hannover.

Zentralratspräsident Josef Schuster dankte allen Teilnehmern, den ehrenamtlichen Helfern und den Jugendleitern für ihren Einsatz. »Wie immer war die Jewrovision ein wunderbares Ereignis, das uns gerade in diesen Zeiten zuversichtlich nach vorne blicken lässt«, sagte Schuster.

Hashtag Das Niveau der Jewrovision, die »Make a Difference« zum Motto hatte, war hoch: Ausgefeilte Choreografien und professionelle Videos, in denen sich die einzelnen Jugendzentren vorstellen, machten jeden Auftritt einzigartig. Mit der Hawdala-Zeremonie hatte vor Beginn der #jewro2015, wie der offizielle Hashtag lautet, der Schabbat geendet, und es begann ein Abend, auf den sich rund 1000 Kinder und Jugendliche aus 50 Gemeinden seit Wochen gefreut hatten.

Moderator Ben Salomo, der sich mit »Rap am Mittwoch« in Berlin einen Namen gemacht hatte, führte locker durchs Programm und konnte nachempfinden, wie man sich fühlt, als Jugendlicher auf der Bühne zu stehen – schließlich liegen seine Wurzeln auch in der Jewrovision, nur dass die früher deutlich kleiner war.

Im 14. Jahr ist die Jewrovision zu einer professionellen Show geworden, die sich nicht verstecken muss. Dass so viele Kinder und Jugendliche nach Köln gekommen waren, um nicht nur bei der Jewrovision, sondern auch beim Mini-Machane, das am 20. Februar begann, teilzunehmen, freute Zentralratspräsident Josef Schuster. »Mehr als 1000 Jugendliche bei einem Schabbatgottesdienst, das ist Gänsehaut pur«, sagte Schuster am Abend.

Bollywood Die jungen Leute, die in diesem Jahr nicht auf der Bühne standen, erlebten eine tolle Show mit allem, was das Herz begehrt: starke Stimmen, kreative Choreografien und spannende Videos. Das Jugendzentrum Amichai aus Frankfurt am Main, das 2014 den Preis für das beste Video gewann und in diesem Jahr mit seinem Film einen Hauch von Bollywood nach Köln brachte, ging zwar leer aus, aber sein »Schabbat Schalom«-Song hatte Ohrwurm-Qualität.

Den Preis für das beste Video konnten die Freiburger Jugendlichen aus dem JuZe Ekew und Mischpacha aus Emmendingen mit nach Hause nehmen. Ihr kleiner Film vor dem großen Auftritt berührte die prominente Jury mit Susan Sideropoulos, Linda Teodosiu, Ralph Siegel, Nachumi Rosenblatt, Andrea Kiewel, Maya Saban, Daniel Botmann und Rebecca Siemoneit-Barum am meisten. Und die hatte es nicht leicht, den Sieger zu küren, weil alle ihr Bestes gaben.

Die Jugendlichen von Or Chadasch feat. Jujuba jedenfalls wurden vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde Mannheim, von ihren Eltern und Gemeindemitgliedern begrüßt. Es gab Schnittchen, Cola und einen mit Marzipanrosen dekorierten Kuchen, auf dem »Ihr seid Spitze« und »Kol Ha Kawod« stand – damit ist eigentlich alles gesagt.

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