YouthNet

Kunst zum Kennenlernen

Ergebnis des Foto-Workshops: Jugendliche finden sich in »ihrem« Kunstwerk wieder. Foto: Julian Wagner

Unter dem Motto »Wir sind Kunst!« stellte kürzlich YouthNet, ein interreligiöses, interkulturelles Jugendnetzwerk in München, das unter dem Dach der Lichterkette e.V. wirkt, die Ergebnisse seiner Arbeit 2018/19 mit Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren in der Pinakothek der Moderne vor.

Die Begrüßung in der übervollen Rotunde oblag der Initiatorin und Organisatorin Eva Rapaport. Sie freute sich nicht nur über die Anwesenheit von Ehrengästen wie der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Charlotte Knobloch, der neuen Vorsitzenden der liberalen Gemeinde Beth Schalom, Anna Grube, und des Beauftragten für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus in Bayern, Ludwig Spaenle, sondern schaffte es, institutionellen Kooperationspartnern und Sponsoren, ihrem Team und allen Jugendlichen namentlich zu danken, ohne zu ermüden.

Ziel ist eine Welt, in der Unterschiede bereichern, anspornen und zu Freundschaften führen.

Vernetzung Man spürt, dass Vernetzung hier nicht nur ein Wort ist, sondern dass alle zusammenwirken, um dem gemeinsamen Ziel näherzukommen – einer »Welt der Offenheit, der Toleranz und besonders«, so betonte Rapaport, einer »Welt, in der sich Menschen gemeinsame Ziele setzen und diese auch gemeinsam erreichen – unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem unterschiedlichen Glauben«.

Ziel sei eine Welt, in der Unterschiede bereicherten, anspornten und zu Freundschaften führten. Ausgangspunkt war für die Jugendlichen mit christlichem, jüdischem, muslimischem und jesidischem Hintergrund ein fotografisches Kunstprojekt. In Kooperation mit der Abteilung Kunstvermittlung der Pinakotheken war Kreativität gefragt. Manch einer war das erste Mal in einem Museum.

Workshop Alle sollten ein Kunstwerk auswählen, in dem sie sich – nach einem Foto-Workshop unter Leitung von Sharon Bruck – im wahrsten Sinne des Wortes im Bild wiederfanden.

Regelmäßige Treffen, Interviews untereinander, gemeinsames Kochen und Klettern tragen seit drei Jahren dazu bei, Fremdheitsgefühle abzubauen. Ein Jugendlicher, der im Vorjahresprojekt als Lernender eingestiegen war, formulierte diesmal als Mentor in pointiertem Deutsch, warum er sich weiter engagiere: »Ich bin mit einem Sack voller Vorurteile gekommen und habe Freunde gefunden.«

Man lerne Verantwortung, Teamwork sowie Gleichberechtigung, trainiere seine Sprachkenntnisse und begegne einander auf Augenhöhe, ergab sich aus den Statements der Jugendlichen, die alle mit einem Zertifikat ausgezeichnet wurden. Mit Unterstützung des Direktors des Oskar-von-Miller-Gymnasiums, Peter Schwartze, und des Historikers Oren Osterer steht als Nächstes die Vertiefung eines brennend aktuellen Themas auf dem Programm – es soll um die Aufklärung über antisemitische Vorurteile gehen.

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