München

»Immer mit dem Herzen dabei«

Herta Garfinkiel sel. A. Foto: Miryam Gümbel

Die IKG München und Oberbayern muss von zwei Menschen Abschied nehmen, die ihr Leben über Jahrzehnte hinweg in den Dienst der Gemeinde gestellt haben: Herta Garfinkiel und Erich Jeschajahu Figdor.

Bei einem Essen vor drei Jahren im Restaurant »Einstein«, als Herta Garfinkiel von München zu ihren Kindern in die Schweiz zog, wurde IKG‐Präsidentin Charlotte Knobloch von Wehmut erfasst. »Die gute Seele der Gemeinde verlässt uns«, sagte Knobloch damals. Jetzt ging auch Garfinkiels irdisches Leben zu Ende.

Bezugsperson Viele Jahre saß sie im IKG‐Vorstand, verwaltete die Gemeindebibliothek, engagierte sich im religiösen Bereich und vor allem in sozialen Belangen. »Für Menschen in Not war sie immer eine Bezugsperson, immer ansprechbar, immer mit dem Herzen dabei. Sie ließ niemanden allein«, blickt Knobloch auf das Wirken ihrer Weggefährtin zurück, die sich in besonderem Maße den Zuwanderern aus der Sowjetunion annahm.

Schon früher hatte die IKG‐Präsidentin Herta Garfinkiel als »herausragende Persönlichkeit mit zutiefst menschlichem Charakter und bemerkenswerter innerer Haltung« bezeichnet. »Ihre Tipps, ihre wertvollen Hinweise, ihr guter Rat sind immer zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen«, erinnert sich Charlotte Knobloch. Sie weist aber noch darauf hin, dass die Weisheit und Weitsicht von Herta Garfinkiel stets von Bescheidenheit und Zurückhaltung geprägt gewesen seien.

Trauer herrscht in der IKG auch über den Tod von Erich Jeschajahu Figdor, der als Religionslehrer von 1973 bis 2003 ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Gemeinde war. Für die jungen Menschen, die er in vielen Fällen von der Grundschule bis zum Abitur begleitete, war er mehr als »nur« ein Religionslehrer. Ehemalige Schüler erinnern sich daran, dass Erich Jeschajahu Figdor auch außerhalb des Religionsunterrichts für alle Fragen des Lebens ein wertvoller Ratgeber gewesen ist.

umwege Figdor, der 1934 in Österreich geboren wurde, kam über einen weiten Umweg nach München. Als seine Familie 1939 vor den Nazis flüchtete und in Palästina einwandern wollte, wurde sie zunächst von den Briten an der Einreise gehindert und in ein Internierungslager auf der Insel Mauritius abgeschoben.

Erst nach Ende des Weltkriegs durfte sie dort einreisen. In Israel diente Erich Jeschajahu Figdor als Offizier beim Militär, Anfang der 70er‐Jahre kam er dann nach München, wo er bis zuletzt mit seiner Frau wohnte.

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