München

Geist der Freundschaft und der Trauer

Zeitzeuge und Überlebender des Attentats: der ehemalige Geher Shaul Ladany Foto: Marina Maisel

Zu den Makkabi Junior Games, die fünf Tage lang von Unbeschwertheit, Freude und Gemeinsamkeit geprägt waren, gehörte auch ein gehöriges Stück Nachdenklichkeit. Im ehemaligen Olympiadorf, das heute eine beliebte Wohnanlage ist, gedachten die 300 jungen Sportler, die an dem zum ersten Mal in Deutschland ausgetragenen Event teilnahmen, der Opfer des Terrors gegen israelische Sportler bei den Olympischen Spielen 1972 in München.

Den Gesichtern der Jugendlichen war die Fassungslosigkeit anzusehen, als Gad Tsabari erzählte, was vor bald 50 Jahren in der bayerischen Landeshauptstadt geschah. Der 74-Jährige, der in Israel lebt und eigens zu der Gedenkstunde an jenen Ort zurückkehrte, der sein ganzes Leben veränderte, hat den mörderischen Anschlag des palästinensischen Terrorkommandos aus nächster Nähe erlebt – und wie durch ein Wunder überlebt. Tsabari, ein Freistilringer, gehörte zu den Geiseln der Terroristen, die am 5. September 1972 in die Unterkunft der israelischen Olympiamannschaft eingedrungen waren.

Befreiungsversuch In einem Moment der Unachtsamkeit schaffte er es, einem der acht Terroristen des »Schwarzen September« die Kalaschnikow aus der Hand zu schlagen und zu flüchten. Elf andere Sportler blieben in der Gewalt des Kommandos und starben später bei einem gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen von Fürstenfeldbruck.

Als die Jugendlichen zum Mahnmal für die ermordeten israelischen Sportler zogen, dort zu ihren Ehren einen Kranz niederlegten und die israelische Nationalhymne sangen, bekam der olympische Geist, der vor allem von Freundschaft geprägt sein soll, eine besondere Bedeutung. An den nachdenklichen Mienen der jungen Menschen war das zu erkennen.

Zu den überlebenden Zeitzeugen, die den Teilnehmern der Junior Games die schrecklichen Geschehnisse von damals vor Augen führten, gehörte auch der israelische Leichtathlet Shaul Ladany. Ihm war es wichtig, durch seine Anwesenheit ein Zeichen der Solidarität mit den jungen jüdischen Sportlern zu setzen. Der frühere Geher, der den Überfall von der anderen Straßenseite aus hilflos mitansehen musste, war deswegen bereits zur Eröffnung der Makkabi Junior Games angereist.

Konstante Hass auf Israel und die Juden, der den Anschlag auf die israelischen Sportler bestimmte, ist auch fast ein halbes Jahrhundert später in Deutschland, in Bayern, in München immer noch eine unübersehbare Komponente.

Dies wurde bei der Gedenkfeier im Olympiadorf auch durch die Anwesenheit und die neue, notwendig gewordene Aufgabe von Ex-Kultusminister Ludwig Spaenle deutlich. Er ist seit Kurzem der Antisemitismusbeauftragte Bayerns.

Thüringen

Erfreuliche Bilanz der Jüdisch-Israelischen Kulturtage

Das Festival stand unter dem Motto »Modernes Israel« und bot mehr als 100 Veranstaltungen

 18.11.2019

Köln

Die Erinnerung begleitete sie ein Leben lang

Das NS-Dokumentationszentrum zeigt in einer Ausstellung das Schicksal von Kindern im KZ Auschwitz

von Johannes Senk  15.11.2019

Einspruch

Wir füllen das Haus mit Leben

Arthur Bondarev sieht nach der Synagogen-Eröffnung in Konstanz die Zukunft kleiner Gemeinden positiv

von Arthur Bondarev  14.11.2019

München

Wien, Lebensschau, Revolution

Meldungen aus der IKG

 14.11.2019

Ausstellung

Neue Heimat

»¿¡Angekommen!?« widmet sich zugewanderten jüdischen Künstlern

von Gerhard Haase-Hindenberg  14.11.2019

Dortmund

Andenken an Max Girgulski

Fußballmuseum erhält Trikot vom Meister 1936

 14.11.2019