Stuttgart

Gedenkort gesichert

»Hotel Silber« in Stuttgart Foto: dpa

Die Finanzierung der geplanten Gedenkstätte im Stuttgarter »Hotel Silber« scheint laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung geklärt. Das Land Baden-Württemberg habe sich vergangene Woche beim Runden Tisch aller Beteiligten überraschend bereit erklärt, die bislang strittige Miete in Höhe von 250.000 Euro allein zu übernehmen.

Schon länger sei klar, dass Stadt und Land je die Hälfte der jährlichen Betriebskosten in Höhe von einer halben Million Euro tragen würden. Somit bezahle das Land zwei Drittel und die Stadt ein Drittel der laufenden Kosten. Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) habe die Entscheidung über die Miete persönlich getroffen, so das Blatt weiter.

Hoffnungen Mit dieser Wende verknüpfen die Bürgerinitiativen neue Hoffnungen. Bereits seit 2009 setzen sie sich für die Einrichtung einer Gedenkstätte in dem Haus der einstigen Gestapo-Zentrale in der Dorotheenstraße ein. Zwölf Initiativen forderten damals seinen Umbau in ein »begehbares Geschichtsbuch« – Stadt und Land planten den Abriss für das sogenannte Da-Vinci-Projekt.

Die Israelitische Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) in Stuttgart hielt sich damals mit einer Stellungnahme zurück. In einer Presserklärung vom 13. Mai 2009 gab ihr Vorstand bekannt: »Zurzeit befindet sich die IRGW in Gesprächen mit allen Beteiligten und mit Experten, um einen Konsens über einen Ort, der während der NS-Diktatur die Stuttgarter Zentrale der Gestapo beherbergte, und eine angemessene Lösung zu finden.«

Veranstaltungen Mit der Diskussion »Historischer Ort, Gedenkort, Täterort – Was für ein Ort ist das Hotel Silber?« startete im Oktober dieses Jahres das Haus der Geschichte Baden-Württemberg in dem Gebäude eine Veranstaltungsreihe. Im November folgte eine Debatte zur historisch-politischen Bildung in der Polizei mit dem Titel: »Aus der Geschichte des ›Hotel Silber‹ lernen«.

Die Initiativen würden gern das ganze Haus in ihrem Sinne nutzen. Im Juli war die zweite Etage an der Dorotheenstraße 10 aus Kostengründen aus den Planungen herausgenommen worden. Gerade diese Etage besitze aber große Authentizität, so Harald Stingele, der Sprecher der Initiative. Dort hatten die Gestapo-Chefs ihre Büros. ja

Bundeswehr

»Wir sind Partner auf Augenhöhe«

Am 21. Juni 2021 begann die jüdische Militärseelsorge bei der Bundeswehr. Militärbundesrabbiner Zsolt Balla zieht nach fünf Jahren eine positive Zwischenbilanz

 18.06.2026

Magdeburg

Juden in Sachsen-Anhalt: Lebendige Gemeinden und Antisemitismus

Nach dem antisemitischen Anschlag vom 9. Oktober 2019 in Halle (Saale) hat Sachsen-Anhalt 2020 ein Landesprogramm für jüdisches Leben beschlossen, um die jüdische Gemeinschaft zu fördern und zu schützen

 17.06.2026

Frankfurt am Main

Jüdische Gemeinde zeichnet Jugendengagement mit Beni-Bloch-Preis aus

»Wir ehren unser langjähriges Vorstandsmitglied Benjamin Bloch sel.A. und erinnern damit an seinen Einsatz für die jüdische Gemeinschaft«, sagt der Vorstandvorsitzende der Gemeinde, Benjamin Graumann

 01.06.2026

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026