Düsseldorf

Für besondere Verdienste

Die Vizepräsidentin des nordrhein-westfälischen Landtags, Carina Gödecke, und der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Steuerberater Jochen Lüdicke erhalten in diesem Jahr die Josef-Neuberger-Medaille. Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf ehrt damit Personen und Institutionen, die »sich um die Förderung jüdischen Lebens, der Erinnerungskultur an nationalsozialistische Verbrechen und andere wichtige Fragen und Themen rund um die jüdische Gemeinde und den jüdischen Glauben verdient gemacht haben«.

Mit der Bochumer Sozialdemokratin Gödecke zeichnet die Düsseldorfer Gemeinde eine Frau aus, die schon in der vergangenen Legislaturperiode »regelmäßig mit dem interkulturellen und interreligiösen Dialog befasst« war, sagte der Vorsitzende der Gemeinde, Oded Horowitz. Carina Gödecke kenne die Gemeinde Düsseldorf gut, betonte Horowitz. Sie empfinde die Auszeichnung als große Ehre, sagte Gödecke der Jüdischen Allgemeinen. »Selbstverständlich ergibt sich daraus auch eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft«, sagte die 59-jährige Pädagogin und SPD-Politikerin aus Bochum.

Interesse Auch der Juraprofessor Jochen Lüdicke »begleitet die Interessen der Gemeinde und damit des jüdischen Lebens in Düsseldorf seit vielen Jahren sehr aktiv als Rechtsanwalt und Steuerberater«, erklärte die Gemeinde. Beide verbinde viel mit der jüdischen Gemeinschaft. Jochen Lüdicke ist Mitglied der renommierten Londoner Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer mit Dependance in Düsseldorf.

Der 60-jährige Honorarprofessor an der Juristischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf freut sich über die Auszeichnung. »Die Verleihung der Josef-Neuberger-Medaille ist mir Ehre und Verpflichtung, mich weiter für eine Verbesserung des Miteinanders der Religionen einzusetzen«, sagte er.

SPD-Politiker Die Josef-Neuberger-Medaille wird seit 1991 jedes Jahr verliehen. Sie erinnert an den nordrhein-westfälischen SPD-Politiker Josef Neuberger, der sich für das jüdische Gemeindeleben in Nordrhein-Westfalen eingesetzt hat und auch im Direktorium des Zentralrats der Juden in Deutschland tätig war. Er wurde 1902 als Sohn einer alteingesessenen jüdischen Familie aus Rheinbach bei Bonn geboren. Die Schoa überlebte er im damaligen englischen Mandatsgebiet Palästina. 1950 kehrte er nach Deutschland zurück und lebte in Düsseldorf. Von Dezember 1966 bis September 1972 war er Justizminister der sozialdemokratisch geführten Landesregierung. Neuberger starb im Januar 1977.

»Die Auszeichnung gehört in Deutschland zu den wichtigsten mit Bezug zum jüdischen Leben überhaupt«, sagt Michael Szentei-Heise, Verwaltungsdirektor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. »Wir sind froh, dass wir mit der Josef-Neuberger-Medaille seit 27 Jahren auf besondere Verdienste und herausragenden Einsatz durch bestimmte Menschen der Zivilgesellschaft hinweisen können.«

Preisträger Bisherige Preisträger waren unter anderem die ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau und Roman Herzog, die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen, die Düsseldorfer Geschichtsinitiative »Heimatsucher« sowie im vergangenen Jahr Jan-Robert von Renesse, Richter am Landessozialgericht in Essen. Für ihn hatte Carina Gödecke im Oktober des Vorjahres noch die Laudatio gehalten.

Nun wird sie im Oktober selbst geehrt. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel wird die Laudatio auf sie halten. Die Würdigung von Jochen Lüdicke hält der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde in Düsseldorf-Oberkassel, Michael Dederichs. Lüdicke ist dort im Kirchenvorstand.

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit. Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus geht der Preis in diesem Jahr an NRW-Ministerin Neubaur

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026

Straßenfest

Chabad Berlin feiert 30. Jubiläum

Drei Jahrzehnte jüdisches Leben: Mit einem Straßenfest möchte eine jüdische Gemeinde in Berlin nicht nur die eigene Geschichte feiern. Es soll auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden

 20.08.2026

Frankfurt am Main

Motty Steinmetz stimmt auf die Hohen Feiertage ein

Es dürfte es ein Abend werden, bei dem Musik und Spiritualität besonders eng miteinander verbunden sind

 20.08.2026