Düsseldorf

Ende eines Tauziehens

Düsseldorfer Tauziehen: Die Kandidaten für den Gemeindevorstand behakten sich allerdings mehr mit Worten als mit Taten. Foto: Archiv

Die Jüdische Gemeinde Düsseldorf hat einen neuen Vorstand. Oded Horowitz, Ruth Rubinstein und Frank M. Müller heißen die drei Vorstandsmitglieder, die bei der konstituierenden Sitzung Mitte November aus den Reihen des neu gewählten Gemeinderates bestimmt wurden. Dem Gemeinderat gehören darüber hinaus Valentin Agadzanov, Boris Bloch, Julia Blüm, Adrian Flohr, Wladislaw Korenblum, Leo Kukharev, Vladimir Miasnikov, Valentin Popovici, Arkadij Ressin, Ran Ronen, Gisèle Spiegel und Friedrich Thul an. Mit dieser Entscheidung ist ein monatelanges Tauziehen um einen korrekt gewählten Gemeindevorstand entschieden.

Ersatz Seit Mai war es in der Düsseldorfer Gemeindeführung immer wieder zu Unstimmigkeiten gekommen und ein Misstrauensantrag führte zum Abwahl des Vorstandes. Die Nachfolger Esra Cohn und Stefan Rohrbacher unter dem Vorsitz von Juan Miguel Strauss traten nach angeblich dauerhaften Diffarmierungen und Verleumdungen am 14. Juli zurück. Eine erste und zweite Ersatzwahl konnten nicht als gültig gewertet werden, weil sie nicht satzungsgemäß verliefen und der Einladungszeitraum zu knapp bemessen war. Der beim zweiten Anlauf aum 19. Juli gewählte Vorstandsvorsitzende und seine zwei Stellvertreter Jacques Abramowicz, Wladislaw Korenblum und Frank Müller, trat jedoch nicht wie von einigen Gemeindemitgliedern gefordert, zurück, sondern blieb im Amt.

Ordnungsgemäß gewählt wurde dann erst am 7. November. Zur Wahl stellten sich 29 Kandidaten, die sich zu drei Gruppen sowie drei unabhängigen Einzelpersonen zusammengefunden hatten. Von der Gruppe Yachad um Jacques Abramowicz kamen allein neun Aspiranten. Die zweiten Gruppe »Neue Kompetenz«, zu der Wladislaw Korenblum und Frank Müller, Adrian Flohr, Gisèle Spiegel und Ruth Rubinstein gehören, brachte schließlich 14 ihrer 15 Kandidaten ins neue Parlament.

In der dritten Gruppe »Unser Zuhause – die Gemeinde« stellten sich vor allem russischsprachige Mitglieder zur Wahl. Einer ihrer Kandidaten war Valentin Agadzanov, der als 15. in den Gemeinderat kam.

Wahlbeteiligung Nach all den Querelen gaben überraschend viele Mitglieder ihr Votum ab. Die 2.158 per Hand ausgezählten Stimmen, das entspricht 33,48 Prozent der wahlberechtigten Mitglieder, entschieden sich mehrheitlich für die Kandidaten der »Neuen Kompetenz«. Man habe sich für eine manuelle Ausrechnung der Wahl entschieden, um damit bewusst »zur Demokratisierung und Transparenz der Wahlen beizutragen«, schrieb die Kandidatengruppe in ihrem Dank an die Gemeindemitglieder. Jetzt wolle man sich der Arbeit in den Ausschüssen widmen. »Es gibt nämlich viel zu tun.« Unter anderem wollen sie regelmäßig auf ihrer neu einzurichtenden Website über ihre Arbeit berichten.

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