Berlin

Demo für Neuwahlen

Protest: »Wir fordern Demokratie – Für sofortige Neuwahlen in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin« Foto: Rolf Walter

Unter dem Motto »Wir fordern Demokratie – Für sofortige Neuwahlen in der Jüdischen Gemeinde zu Berlin« haben am Donnerstagnachmittag mehrere Dutzend Gemeindemitglieder vor der Synagoge Oranienburger Straße gegen den Vorstand demonstriert. Die Demonstranten – etwa 100 Menschen – wandten sich, wie es in dem Flugblatt einer Initiative hieß, »gegen Wahlbetrug und Stimmenklau«.

Stephan J. Kramer, ehemaliger Generalsekretär des Zentralrats der Juden, sagte, er sei traurig über das Bild, das die Gemeinde derzeit abgebe. In einer kurzen Rede kritisierte Kramer, es habe »keine sachliche und rechtsstaatlich objektive Überprüfung« des Neuwahlbegehrens gegeben. Die Stellungnahme von Michael Rosenzweig, Vorsitzender der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, zeige »den Mangel an demokratischem Selbstverständnis« des Prüfverfahrens.

quorum Rosenzweig hatte vergangene Woche verkündet, die Initiative »Neuwahl 2013« habe das erforderliche Quorum von 20 Prozent der wahlberechtigen Gemeindemitglieder deutlich verfehlt. Von 1904 ursprünglich eingereichten Anträgen seien in einem Nachprüfungsverfahren nur 488 als gültig anerkannt worden. Kramer forderte Rosenzweig auf, seine Erkenntnisse und Beweise dem Schiedsgericht des Zentralrats zur unabhängigen Beurteilung vorzulegen.

Die ehemalige Gemeindevorsitzende Lala Süsskind sagte in ihrer Rede über die Gemeindeführung unter ihrem Nachfolger Gideon Joffe: »Was hier herrscht, das ist unsäglich, das ist unerträglich, und das Netteste, was man noch sagen kann, es ist putinesk. Liebe Freunde, es ist eine Tragödie.« Joffes Vorstand warf sie »Vetternwirtschaft« und eine Politik der Einschüchterung von Mitgliedern vor.

Mike Delberg, studentischer Leiter des Jüdischen Studentenzentrums Berlin, beklagte: »Wir haben es fünf vor zwölf. Unsere Gemeinde droht auseinanderzubrechen.« Mitglieder, die nicht konform zum Vorstand seien, »sind scheinbar nicht mehr Teil der Gemeinde«, so Delberg weiter.

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026