Maccabiah

Biken für Israel

Mit ihrer Tour wollen die Biker ein Zeichen für Israel setzen – und an die Opfer des Olympiaattentats in München 1972 erinnern. Foto: Marina Maisel

Am 4. Juli wird in Jerusalem die Maccabiah eröffnet, das wichtigste jüdische Sportereignis des Jahres. Ein Hauch der Atmosphäre, die die internationale Großveranstaltung ausstrahlen wird, war beim TSV Maccabi schon jetzt zu spüren. Die Biker der Initiative »Ride4Solidarity« machten mit ihren schweren Harleys auf dem Weg von London nach Jerusalem bei ihren Freunden in München Station.

Eberhard Schulz vom TSV Maccabi, der die Motorradfahrer bei ihrer Visite im Süden Deutschlands begleitete und betreute, war von der Aktion sichtlich angetan. »Es ist wichtig, dass solche Zeichen der Solidarität mit Israel gesetzt werden«, erklärte er mit Hinweis darauf, dass das Land oft nur in Zusammenhang mit Terror und Problemen genannt werde. »Dabei«, so Schulz, »ist Israel die einzige Demokratie im Nahen Osten. Es herrscht Meinungs‐ und Religionsfreiheit. Das geht oft unter.«

Geschichte Die Ride4Solitarity‐Aktivisten, die über Österreich, die Balkanstaaten und ab Griechenland mit der Fähre rechtzeitig zur Eröffnung der 20. Maccabiah in Jerusalem sein wollen, besuchten auch zwei Orte von historischer Dimension: die KZ‐Gedenkstätte in Dachau und das Olympiadorf in München, 1972 Schauplatz des Mordanschlags palästinensischer Terroristen auf israelische Sportler. »Solche Orte«, sagte einer der Biker, »machen deutlich, was Freiheit und Frieden bedeuten.«

Freiheit, Individualität, Respekt waren Faktoren, die bei der Gründung des TSV Maccabi vor gut 50 Jahren eine wesentliche Rolle spielten. »Zu uns kann jeder kommen, der will. Wir haben in dieser Hinsicht keinerlei Berührungsängste«, versichert Maccabi‐Präsident Robby Rajber, für den der jüdische Verein im Osten Münchens eine Herzensangelegenheit darstellt.

Persönliches Engagement, das über der 100‐Prozent‐Schwelle liegen dürfte, wirft auch Maurice Schreibmann in die Waagschale, der den Verein zusammen mit Andreas Huber managt. »Natürlich sind sportliche Höchstleistungen bei einem Sportverein, der wir sind, auch Gradmesser und Ziel«, stellt Schreibmann erst einmal fest. Die Aussage schränkt er allerdings sogleich ein: »Sport muss aber vor allem allen Spaß machen. Das zählt erst einmal mehr und prägt auch den sozialen Umgang untereinander. Das zeichnet Maccabi aus. Es unterscheidet uns von anderen Vereinen.«

Verbindungen Der Wert der Brücken bauenden Funktion innerhalb der Gesellschaft, die vom TSV Maccabi ausgeht und die Schreibmann anspricht, ist auch nach Einschätzung von IKG‐Präsidentin Charlotte Knobloch von ausgesprochen hohem Wert. Das betont sie bei passenden Gelegenheiten immer wieder. Die engen Verbindungen zwischen dem Sportverein und der jüdischen Gemeinde Münchens sind ohnehin stets präsent. Peter Guttmann zum Beispiel, der bei der Ankunft der Biker auf dem Vereinsgelände dabei war, war schon Präsident von Makkabi Deutschland und Präsident in München – und ist zugleich langjähriges Mitglied im Vorstand der IKG.

Ungeachtet der grundsätzlichen Ausrichtung des Vereins sind die Akzente derzeit doch stark auf das Sportliche ausgerichtet, vor allem bei den etwa 30 Mitgliedern, die bei der alle vier Jahre stattfindenden Maccabiah in Israel diesmal dabei sein werden. Eine Prognose über die Zahl der Medaillen für die Münchner Sportler will Maurice Schreibmann angesichts von mehr als 2000 Teilnehmern nicht abgeben, aber er ist optimistisch, was das Fußballteam betrifft. »Da könnte was gehen«, meint er.

Auch wenn das alljährliche Sportfest, der offizielle Startschuss für die Maccabi‐Sommersaison, in diesem Jahr wetterbedingt erst beim dritten Anlauf klappte: Die Performance bei dem Sportfest war nicht nur bei den Maccabiah‐Teilnehmern gut. Zum gesellschaftlichen Highlight des Vereinslebens strömten mehr interessierte Gäste als jemals zuvor. Mehr als 2000 dürften es nach Maccabi‐Berechnungen gewesen sein, die bei diversen Aktivitäten bis in den späten Abend hinein und ohne größere »Duschbäder« von oben ihren Spaß hatten.

fussball Spaß ist gut, aber der dürfte den Schüler‐ und Jugendmannschaften am 23. Juli allein nicht genügen. Beim 10. Kurt‐Landauer‐Fußballturnier, das in Bayern bei Fußballern einen hohen Stellenwert besitzt, wären auch vordere Plätze schön. Vielleicht sogar vor den Augen eines großen Stars? Am Rande des Turniers wurden jedenfalls in der Vergangenheit schon oft prominente Spieler des FC Bayern und anderer Profimannschaften gesichtet.

Das dürfte dieses Mal wieder der Fall sein, auch wenn das Maccabi‐Management noch nicht verraten will, wer diesmal kommt. Die organisatorischen Vorarbeiten laufen bereits auf Hochtouren, aber noch haben Vereine die Möglichkeit, Teams für das Turnier anzumelden. Anmeldeschluss ist der 10. Juli.

Pessach

Post aus Ludwigsfelde

In diesem Jahr verschickt der Zentralrat 1000 Pakete an Schüler und Studenten. Eine Reportage

von Heide Sobotka  18.04.2019

Jubiläum

Ein offenes Haus

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern wird 25 Jahre alt

von Axel Seitz  18.04.2019

Köln

Die Stadt zu Gast

Betroffenheit über steigenden Antisemitismus überschattet den Jahresempfang der Gemeinde

von Constantin und Ulrike von Hoensbroech  18.04.2019