Frankreich

Familie soll Mesusa abnehmen

Wohnungsgesellschaft forderte Mieter auf, die Schriftkapsel am Türrahmen zu entfernen

Aktualisiert am 11.07.2018, 11:18

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Eine französische Wohnungsgesellschaft hat eine jüdische Familie in Montpellier laut einem Medienbericht angewiesen, ihre Mesusa vom Türrahmen abzunehmen. Wie die Nachrichtenagentur Jewish Telegraphic Agency berichtete, wurde auf Twitter ein Dokument veröffentlicht, das offenbar die Kopie eines entsprechenden Briefs der Firma Foncière Bergé war.

Objekte Darin hieß es, während einer Inspektion sei festgestellt worden, dass am Türrahmen der Mieter eine Mesusa angebracht worden sei. »Wir erinnern Sie daran, dass in öffentlichen Bereichen keine persönlichen Objekte gezeigt werden sollen. Wir bitten Sie, die Mesusa innerhalb Ihres Wohnraums anzubringen. Danke für Ihr Verständnis«, hieß es demnach weiter. JTA schrieb, die Firma Foncière Bergé habe auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur zu dem Brief nicht sofort reagiert.

Laut Medienberichten erklärte sich die Hausverwaltung nach einer Beschwerde der Mieter in einem weiteren Schreiben: Es gehe ihr lediglich darum, das Erscheinungsbild der Türen zu vereinheitlichen. Zahlreiche Menschen hätten in den sozialen Medien den Vorwurf des Antisemitismus gegen die Hausverwaltung und ihre Mitarbeiter erhoben. Dies sei sehr verletzend.

Schma Laut dem jüdischen Religionsgesetz muss eine Mesusa (eine Schriftkapsel, die einen Text aus dem Schma-Israel-Gebet in der Tora enthält) am Türpfosten außerhalb eines Hauses oder eines Raumes befestigt werden. In einem traditionellen jüdischen Haushalt befindet sich am Eingang des Hauses oder der Wohnung sowie an jedem Türrahmen eine Mesusa. In dem Gebetstext heißt es: »Du sollst (diese Worte) auf die Türpfosten deines Hauses und deiner Stadttore schreiben.« ag

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 12.07.2018

Ausgabe Nr. 28
vom 12.07.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
25°C
heiter
Frankfurt
26°C
regenschauer
Tel Aviv
32°C
heiter
New York
23°C
heiter
Zitat der Woche
»Wir retteten die Juden in Babylon.
Sie haben eine Schuld uns gegenüber.«
Der iranische Präsident Hassan Rohani bei seinem Besuch Anfang Juli
in Wien über das babylonische Exil vor 2500 Jahren