Lehrerstreik

Zurück in die Schule

Zurück
in die Schule

Nach 55 Tagen endet der Lehrerstreik – mit einem mageren Ergebnis

Schluss mit lustig, Ende der Party. Nach ei-
ner schier endlosen großen Pause kehrten 600.000 israelische Oberschüler an diesem Sonntag zurück zum Ernst des Lebens. 55 Tage hatte der Lehrerstreik gedauert, jetzt soll so schnell wie möglich Ruhe und Ordnung einkehren. Nur wenige Minuten, be-
vor die Richter am Arbeitsgericht die Lehrer per Bescheid zurück in die Klassenzimmer geordert hätten, einigte sich die Ge-
werkschaft mit den Finanz- und Bildungsministerien.
Von Siegestaumel und Euphorie ist auf der Seite der Streikenden allerdings kaum etwas zu spüren. Stattdessen sieht man in vielen Lehrerzimmern resigniertes Schulterzucken. Von den anfangs geforderten 50 Prozent Gehaltserhöhung ist nach zig geplatzten Verhandlungen nicht mehr viel übrig. Magere zehn Prozent mehr Geld können die Pädagogen demnächst erwarten, wovon 1,5 Prozent die generelle Steigerung der Einkommen für Angestellte im öffentlichen Dienst sind. »Der Streik war ein ganz schöner Flop«, findet Amit Levin, Lehrer aus Beer Schewa. »Wir haben doch nicht fast zwei Monate durchgehalten, um so eine lächerliche Summe zu erstreiten«, meint er frustriert. »Dieses Verhandlungsergebnis wird sicher wenig zu einer besseren Stimmung bei uns beitragen. Mir scheint, der nächste Streik ist schon programmiert.«
Ministerien und die Gewerkschaft der Oberschullehrer indes sind überzeugt, ei-
nen guten Kompromiss erlangt zu haben. Die Reform der Bildung soll in Stufen durchgeführt werden. Als erste gilt die Ge-
haltserhöhung von zehn Prozent, später soll es noch mehr Geld geben, wann und wie viel, weiß allerdings niemand genau. Für die Gehaltserhöhung muss gearbeitet werden. Nicht mit ganzen Klassen, sondern zwei Stunden pro Woche mit kleinen Gruppen oder Einzelnen. Des Weiteren soll die Klassenstärke in allen Schulformen auf ma-
ximal 32 festgelegt werden. Ein Zugeständnis, das Premierminister Ehud Olmert erst mitten in der Nacht machte, als die Gespräche erneut zu scheitern drohten. Olmert kündigte an, »eine riesige Summe« dafür bereitstellen zu wollen. Außerdem sollen alle Stunden, die durch Budgetkürzungen weggefallen waren, wieder aufgenommen werden.
Schachar Gal besucht die 12. Klasse in dem kleinen Örtchen Karkur bei Hadera. Eigentlich wollte sie die Schule schon sehr bald nur noch von außen sehen, doch nun wird sich ihr Aufenthalt wohl verlängern. Die 17-Jährige ist Abiturientin – ohne die geringste Ahnung, wann sie ihre Prüfungen ablegen wird. Die Lehrer legten sich nicht fest, beklagt sie, »und das, obwohl die meis-ten von uns ihren Kampf wegen der miesen Bezahlung und der schlechten Situation an vielen Schulen unterstützt hatten.« Bislang weiß Schachar nur eins: Die Sommerferien sind in jedem Fall kürzer. Statt der üblichen acht Wochen gibt’s dieses Jahr nur sechs. Sabine Brandes

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025

Bulletin

Terrorangriff in Sydney: 20 Verletzte weiter im Krankenhaus

Fünf Patienten befinden sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden in kritischem Zustand

 17.12.2025

Terror

Polizei: 9 Tote bei Angriff in Sydney

Was bislang bekannt ist - und was nicht

 14.12.2025

Sydney

Jewish organizations decry the »scourge« of antisemitism

This time the focus is on Australia. It is hosting a conference of the international Jewish initiative »J7.« The group is presenting figures on Jew-hatred on the continent – and speaks of historic highs.

von Leticia Witte  03.12.2025