»eBay«

Zores im Angebot

Zores im Angebot

Erfolgreich umstritten: Ein jüdisches »eBay« aus den USA

Als Ilan Alon, ein 27jähriger Israeli, der in Los Angeles lebt, eine jüdische Version des Internet-Versteigerungsportals »eBay« startete, wollte er keinen Streit vom zaun brechen. Doch sechs Monate später stehen Alon und seine drei Mitstreiter Miron Moalen (29), Daniel Scherl (33) und David Stern (37) knietief in einer heftigen Auseinandersetzung. Denn auf ihrer Seite werden neben den üblichen Kosmetikartikeln vom Toten Meer, koscherem Wein und kitschigen Festtags-Dekorationen auch Produkte angeboten, die einigen die Zornesröte ins Gesicht treiben: T-Shirts mit der Aufschrift »Schalom Motherfucker«, Symbole der Organisation »Juden für Jesus«. »Praktisch alle diese Angebote wurden von Juden ins Netz gestellt – und von anderen Juden angegriffen«, betont Alon. »Wir werden gefragt: ‚Wie könnt Ihr solche Sachen zulassen?’, oder ‚Wie kann das Wort Motherfucker auf einer jüdischen Seite auftauchen?’« Dann fügt er hinzu: »Gott sei Dank hatten wir bisher keine Akte von jüdische Künstlern oder ähnliches – bis jetzt.«
Solche Probleme illustrieren, was es heißt, eine jüdische Seite im boomenden Sektor des Internetbusiness zu sein. Ihre kleine Firma startete, als die vier Gründer sich in einem »eBay«-Chatroom trafen. »Wir haben herausgefunden, daß Judaica mit bis zu 50.000 monatlichen Angeboten zu den Bestsellern bei eBay gehören«, sagt Alon. »Das erschien uns ein großer Markt.«
Die Seite hat inzwischen mehr als 2.000 registrierte Nutzer. Wünsche von religiösen Gruppen, die Seite »koscher« zu machen, etwa, indem sie am Schabbat nicht online ist, lehnten die Macher ab. Jeder kann über die Seite verkaufen und ersteigern, was er mag. »Wir möchten nicht Polizist spielen«, sagt Alon. Allzu umstrittene Angebote werden inzwischen jedoch aussortiert, ebenso Produkte, die keinerlei erkennbaren Bezug zum Judentum haben. Was weitere Beschränkungen betrifft, ist Alon zögerlich. »Für uns ist wichtig, was unsere Investoren und Teilhaber aber auch die Öffentlichkeit davon halten«, sagt er. jta
www.jewishbuys.com

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