Geiselhaft

»Wir kämpfen weiter«

Herr Schalit, Ihr Sohn Gilad ist seit genau drei Jahren in Geiselhaft in Gasa. Wie gehen Sie und Ihre Familie damit um?
Wir haben keine Alternative, als irgendwie mit dieser Situation fertig zu werden. Und wir kämpfen natürlich ständig weiter, um ihn zurückzubringen.

Was ist an diesem Donnerstag geplant?
Am dritten Jahrestag seiner Gefangennahme gibt es eine große Demonstration vor dem Hauptquartier der Armee in Tel Aviv, um erneut auf Gilads Schicksal aufmerksam zu machen.

Haben Sie kürzlich irgendein Lebenszeichen von Ihrem Sohn erhalten oder we-
nigstens eine Bestätigung, dass der Brief, den Sie dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter übergeben haben, angekommen ist?
Wir haben leider nichts gehört, wissen auch nicht, ob er unsere Post bekommen hat.

Amnesty International gibt an, alles zu tun, damit das Internationale Rote Kreuz Gilad besuchen darf. Wissen Sie Genaueres?
Viele Leute und Organisationen setzen sich offensichtlich für Gilad ein, um die Isolation zu durchbrechen, denn so muss unser Sohn leben – in völliger Isolation. Das Internationale Rote Kreuz hat jetzt sogar in einer sehr ungewöhnlichen Pressemitteilung veröffentlicht, dass die Hamas nicht willens ist zu kooperieren und Gilad eine menschenwürdige Behandlung verweigert.

Sie haben jüngst Ehud Olmert scharf dafür kritisiert, nicht genug für die Freilassung getan zu haben. Haben Sie mehr Vertrauen in die neue Regierung?
Ich habe Olmert kritisiert, weil er erst be-
gonnen hatte, etwas zu tun, als es schon zu spät war. Und es war auch nicht genug. Von den Treffen, die ich mit dem neuen Vermittler Hagai Hadas hatte, kann ich sagen, dass er sehr bestimmt und kreativ scheint. Aber das reicht nicht. Wir müssen Taten sehen. Die 100 Tage Schonfrist, die wir der neuen Regierung gewähren, indem wir uns zurückhalten, sind bald vorüber. Danach nehmen wir unsere öffentliche Kampagne wieder auf. Gilad ist drei Jahre weg. Es ist schließlich nicht der Anfang, es soll das Ende seiner Gefangenschaft sein.

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert