Zuschüsse

Wer, was, wie viel?

Mehrere Bundesländer, darunter Rheinland-Pfalz, werden voraussichtlich die Verteilung staatlicher Fördergelder an die jüdischen Gemeinden neu organisieren. Mit einem Urteil vom 12. Mai hatte das Bun-
desverfassungsgericht die Verteilung von Fördergeldern in Brandenburg durch den dortigen Landesverband jüdischer Gemeinden für verfassungswidrig erklärt. Auch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen werden voraussichtlich ihre Staats-
verträge überarbeiten.
Der Zentralrat der Juden in Deutschland bemühe sich seit Jahren darum, dass auch Nichtmitglieder der jüdischen Landesverbände angemessen berücksichtigt würden, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer. Als Folge des Urteils werde es in den Staatsverträgen wesentlich detailliertere Regeln dafür geben, unter welchen Bedingungen eine religiöse Ge-
meinde anerkannt werden müsse.
Im Frühjahr hatte ein Streit um rheinland-pfälzische Fördermittel zu einem Verfahren vor dem Mainzer Verwaltungsgericht geführt. Das Land unterstützt die rheinland-pfälzischen Juden mit einem Betrag von jährlich 275.000 Euro. Die Jüdische Gemeinde Speyer hatte den Landesverband, dem sie nicht angehört, auf eine Beteiligung an den Landeshilfen verklagt. Bis heute sei die Gemeinde Speyer den Nachweis schuldig geblieben, dass sie tatsächlich ein religiöses jüdisches Leben organisiere, kritisierte der Vorsitzende des Landesverbandes, Peter Waldmann.
Auf Anfragen nach Gottesdienstplänen und Veranstaltungen zu den Hohen Feiertagen habe es keine Antwort aus Speyer gegeben, sagte Waldmann. Der Landesverband würde es daher bevorzugen, wenn die etwa 60 Mitglieder der Speyerer Ge-
meinde sich der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz anschließen würden.
»Seit zehn Jahren finden wir keine gemeinsame Sprache«, erklärte die Speyerer Gemeindevorsitzende Juliana Korovai. Die nach dem Vergleich vor dem Mainzer Verwaltungsgericht ausgehandelte Überprüfung durch den Landesverband habe sich durch das Verfassungsgerichtsurteil erübrigt, sagte sie. Daher gebe es auch keinen Grund, dem Verband Dokumente zu-
zustellen. epd

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

Netflix

Wenn Fiktion auf Realität trifft

Die israelische Erfolgsserie »Fauda« meldet sich mit einer eindrucksvollen neuen Staffel zurück

von Sarah Cohen-Fantl  03.10.2026

Eisenach/Karlsruhe/Unna/Hagen

Mutmaßliches IS-Mitglied in Thüringen festgenommen

Der Verdächtige soll laut Bundesanwaltschaft für den IS als bewaffneter Militärpolizist tätig gewesen sein. Auch bei drei anderen Männern besteht der Verdacht auf Nähe zu der Terrororganisation

 02.10.2026

Düsseldorf

»Sei ein Mensch«: Gedenkort für verfolgte Abgeordnete im NRW-Landtag

Entlassen, drangsaliert, gefoltert: Viele frühere Abgeordnete des nordrhein-westfälischen Landtags wurden in der NS-Diktatur verfolgt. Ein neuer Gedenkort im Parlamentsgebäude erinnert an sie

von Ingo Lehnick  02.10.2026

Tel Aviv/Abu Dhabi

»Fly Dubai«-Vorfall: Hintergründe weiter unklar

Was geschah im Cockpit des Fluges nach Israel? Emiratische Behörden haben Ermittlungen eingeleitet. Jerusalem geht von einem Terroranschlag aus. Gesicherte Erkenntnisse zum Motiv gibt es bislang nicht

 02.10.2026

Bettina König (SPD), Nina Stahr (Bündnis 90/Die Grünen) und Kerstin Wolter (Die Linke, v.l.) während einer Pause

Berlin

Parteien-Treffen zu Antisemitismus mit »konstruktivem« Austausch

Linke, Grüne und SPD ringen in Berlin um eine gemeinsame Haltung zu Judenhass und organisierter Kriminalität. Was beim ersten Treffen dazu herauskam

 01.10.2026

UN-Kongress

Experten diskutieren strafrechtliche Verfolgung sexueller Gewalt in Konflikten

Bei einer Veranstaltung im Rahmen des UN-Kongresses zur Verbrechensverhütung in Abu Dhabi diskutierten jüdische Organisationen über Strafverfolgung, digitale Beweismittel und den Schutz von Betroffenen

 01.10.2026

Extremistische Siedler in dem palästinensischen Dorf Dschalud (Archivbild vom 25.8.26)

Westjordanland

Neue Gewalt radikaler Siedler

Mehr als 100 Extremisten waren an den Ausschreitungen im Bereich der Ortschaft Dschalud südlich von Nablus beteiligt. Regierungsmitglieder verurteilen die Angriffe, die Opposition kritisiert sie als Folge »einer gefährlichen Politik«

 29.09.2026

Nach der Wahl

Grüne und SPD in Berlin stellen Bedingung für Sondierungen

Linke, Grüne und SPD in der Hauptstadt wollen an diesem Donnerstag erstmals über eine Regierungsbildung sprechen. Es soll sich aber noch nicht um formelle Sondierungsgespräche handeln

 28.09.2026

New York

Trump ruft Staaten zu Austritt aus Strafgerichtshof auf

Die USA erkennen den IStGH nicht an, der unter anderem gegen Israels Ministerpräsidenten Netanjahu einen Haftbefehl erlassen hat. Jetzt legt der amerikanische Präsident nach

 23.09.2026