Berlin

Weltweiter Antisemitismus alarmiert Bundesbeauftragten Klein

Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Foto: picture alliance/dpa

Der Antisemitismusbeauftragte Felix Klein zeigt sich alarmiert über den weltweiten Anstieg judenfeindlicher Einstellungen. Nach der Erhebung Global 100 der amerikanischen Anti-Defamation League seien antisemitische Vorurteile und Stereotype so verbreitet wie nie zuvor, erklärte Klein in Berlin.

Zugleich sehe er auch eine positive Entwicklung: »Demnach ist der Zustimmungswert zu antisemitischen Ansichten in Deutschland leicht gegenüber dem Wert von 12 Prozent im Jahr 2023 gesunken«, erläuterte Klein.

Deutschland habe in der Liste der insgesamt 103 Länder und Regionen der Erhebung einen der geringsten Werte. Trotzdem bleibe Judenhass auch hier eine sehr ernste Bedrohung.

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ADL-Umfrage

Die Anti-Defamation League (ADL) hatte für die Erhebung in Ländern weltweit die Zustimmung zu 11 antisemitischen, negativen Stereotypen abgefragt. Sie weist für die einzelnen Länder Prozentzahlen derjenigen Befragten aus, die sechs oder mehr Stereotypen zustimmten.

Weltweit hätten demnach 46 Prozent der Erwachsenen antisemitische Auffassungen, teilte die ADL auf X mit. Im Nahen Osten und Nordafrika seien es sogar 76 Prozent.

Weltweit hätten 20 Prozent der Befragten noch nicht vom Holocaust gehört, also von der systematischen Ermordung der Juden Europas durch die deutschen Nationalsozialisten. Weniger als die Hälfte, nämlich 48 Prozent, hielten die Darstellung des Holocaust historisch für korrekt, erklärte die ADL weiter. dpa

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