Berlin

Wagenknecht-Bündnis gegen Waffenexporte nach Israel

Sevim Dagdelen (BSW) will eine Widerrufung bereits erteilter Exportgenehmigungen. Foto: picture alliance / Fotostand

Die Bundesregierung hat seit Jahresbeginn kaum noch Kriegswaffenexporte nach Israel genehmigt. Bis zum 10. April wurden Lieferungen für 32.449 Euro erlaubt, wie das Wirtschaftsministerium auf Anfrage der Abgeordneten Sevim Dagdelen vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mitteilte. Hinzu kommen Lieferungen sonstiger Rüstungsgüter im Wert von 10,03 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte die Bundesregierung grünes Licht für Rüstungsexporte im Wert von 326,5 Millionen Euro an Israel gegeben - zehnmal so viel wie im Vorjahr. Darunter waren Kriegswaffen für 20,1 Millionen Euro, unter anderem 3000 tragbare Panzerabwehrwaffen sowie 500.000 Schuss Munition für Maschinengewehre, Maschinenpistolen oder andere voll- oder halbautomatische Schusswaffen. Der größte Teil davon wurde nach dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 genehmigt.

BSW fordert »sofortigen Waffenstopp«

Nach den Zahlen des Wirtschaftsministeriums wurden von Anfang März bis zum 10. April überhaupt keine Genehmigungen für Kriegswaffenexporte nach Israel mehr erteilt. Im Februar betrug der Wert der erlaubten Lieferungen 2000 Euro und im Januar 30.449 Euro.

Der BSW-Politikerin Dagdelen ist aber auch das zu viel. »Die Bundesregierung muss dringend einen sofortigen Waffenstopp gegen Israel verhängen und bereits erteilte Genehmigungen widerrufen, um zu verhindern, dass Deutschland zum Komplizen weiterer israelischer Kriegsverbrechen in Gaza wird«, forderte sie.

In Gaza geht Israel gegen die Terrororganisation Hamas vor, die den jüdischen Staat seit Jahren regelmäßig attackiert. Die Angriffe gipfelten in den Massakern vom 7. Oktober, bei denen 1200 Menschen in Israel ermordet, 250 verschleppt und viele vergewaltigt, lebendig verbrannt oder anderweitig gefoltert wurden. Auch geht es Israel bei seinem Vorgehen gegen den Terror in Gaza darum, bis zu 133 Geiseln zu befreien, die dort noch immer festgehalten werden.

Waffen werden nicht nur nach Israel exportiert, sondern auch von dort importiert. Deutschland ist dabei, das israelische Raketenabwehrsystem Arrow 3 zu erwerben. dpa/ja

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