antisemitismus

Vorfall in Polizeischule

Nach einem antisemitischen Vorfall an der Berliner Polizeischule in Ruhleben sind der Leiter der Polizeischule, der Leiter für politische Bildung bei der Polizeischule und ein Lehrer im Polizeipräsidium gehört worden. Über das Ergebnis der Befragung gibt die Polizei nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag noch keine Auskunft. Mit den Personen sei Montagnachmittag geredet worden. Es müsse nun ermittelt werden, welche Schüler sich antisemitisch geäußert hätten. Polizeipräsident Dieter Glietsch hatte Montagabend gesagt, nach seinen Ermittlungen seien in einer Diskussion über Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus »Äußerungen einzelner Auszubildender gefallen, die auf nicht tolerierbare Fehleinstellungen schließen lassen«.
Nach einem Bericht der »Berliner Zeitung« (Dienstagausgabe) sollen Polizeischüler am 27. Februar im Unterricht über die Zeit des Nationalsozialismus erklärt haben, sie wollten »nicht dauernd an den Holocaust erinnert werden«. Außerdem sollen Äußerungen gefallen sein, »dass Juden reiche Leute« seien. Die Zeitung bezieht sich auf Isaak Behar als Zeugen des Vorfalls. Der 83-jährige Gemeindeälteste hält seit Jahren selbst Vorträge an Schulen, bei der Bundeswehr und in der Berliner Polizeischule.
Polizeipräsident Glietsch hatte mitgeteilt, er habe mit Behar und dem zuständigen Fachlehrer der Polizeischule persönlich gesprochen. Glietsch ordnete eine »umfassende Aufklärung des Vorfalls« an. Es seien sowohl dienstrechtliche Konsequenzen zu prüfen als auch eine pädagogische Reaktion der Landespolizeischule vorzubereiten.
Rabbiner Andreas Nachama wird von der Zeitung mit den Worten zitiert: »Dieser überall auftretende Antisemitismus ist bedrohlich und bedauerlich.« dpa/ja

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