Gasakonflikt

UN-Parteiisch

von Ron Steinke

Von ihm sei eine »objektive und unparteiische Analyse« zu erwarten, kündigte Richard Goldstone an. Der von den UN eingesetzte Sonderermittler will herausfinden, ob es während des Gasakriegs im Januar dieses Jahres zu Kriegsverbrechen kam. Seine Fact-Finding-Kommission steht schon vor ihrer Arbeit in der Kritik, denn sie wurde auf Initiative des UN-Menschenrechtsrats einberufen. Und in dem stellen Demokratien eine Minderheit dar.
Dabei gilt die Wahl Goldstones als ein betont »unpolitisches« Zeichen: Der Jurist, der bis 1996 Chefankläger an den UN-Tribunalen für Jugoslawien und Ruanda war, sitzt heute als Professor im Beirat der Jerusalemer Hebräischen Universität. Bei seinen Ermittlungen wird Goldstone von drei weiteren prominenten Juristen aus Pakistan, Großbritannien und Irland unterstützt. Die Kommission hörte sich in Genf zunächst die Darstellungen verschiedener Nichtregierungsorganisationen an. Vor allem Human Rights Watch erhob schwere Vorwürfe gegen Israel: Unmittelbar nach Ende der Auseinandersetzungen habe man im Gasastreifen detonierte Munition mit weißem Phosphor gefunden.
Auf die Unterstützung der israelischen Regierung kann Goldstones Kommission nicht zählen. »Dieses Komitee hat nicht die Aufgabe, die Wahrheit zu suchen, sondern allein Israel herauszugreifen«, sagte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Yigal Palmor. Er spielt darauf an, dass die UN ähnliche Kommissionen schon des Öfteren einberufen hatte.
Dass der UN-Menschenrechtsrat mit Goldstone nicht einen Politiker, sondern einen hochrangigen Vertreter der internationalen Strafjustiz für die Aufgabe gewinnen konnte, erklären sich Beobachter mit einem politischen Problem: Seit der Internationale Strafgerichtshof im Jahr 2003 seine Arbeit aufgenommen hat, findet sich Israel bei fast jedem Verfahren erwähnt. Besonders nachdem jüngst ein internationaler Haftbefehl gegen den sudanesischen Staatschef Omar al-Bashir erlassen wurde, wird nicht nur in der arabischen Welt verstärkt der Vorwurf der westlichen Doppelmoral gegen die Ankläger erhoben: Eine Strafverfolgung al-Bashirs, dem Kriegsverbrechen in Darfur vorgeworfen werden, sei solange »einseitig«, bis auch die Vorgänge in Gasa vor einem internationalen Gericht verhandelt würden, so die Kritik.
Ob die Goldstone-Kommission den Vorwurf der Doppelmoral dadurch entkräften wird, indem sie auch Israel verurteilt, weiß man in drei Monaten. Dann werden Ergebnisse erwartet.

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026