Russland

Tod von Söldnerchef Prigoschin: Putin äußert sich erstmals zur Ursache des Flugzeugabsturzes

Der Chef der russischen Privatarmee Wagner, Jewgeni Prigoschin, und Russlands Präsident Wladimir Putin (2010) Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Rund sechs Wochen nach dem Tod des russischen Söldnerchefs Jewgeni Prigoschin hat Kremlchef Wladimir Putin sich erstmals zu der Ursache des Flugzeugabsturzes geäußert. »In den Körpern der bei der Flugzeugkatastrophe Getöteten sind Fragmente von Handgranaten entdeckt worden«, sagte Putin am Donnerstag beim Waldai-Diskussionsforum im südrussischen Sotschi.

»Einwirkung von außen auf das Flugzeug gab es nicht, das ist ein bereits festgestellter Fakt«, behauptete er zudem unter Berufung auf Ermittler. Unabhängig überprüfen ließ sich das nicht. Bisher hatten sich die Ermittler zur Absturzursache nicht geäußert.

Viele internationale Beobachter vermuten, dass der Kreml Putins früheren Vertrauten Prigoschin am 23. August töten ließ, weil dieser zuvor einen Aufstand gegen die russische Militärführung organisiert und dabei auch Kampfpiloten getötet hatte. Der Kreml wies eine Beteiligung zurück.

Eine internationale Untersuchung zum Absturz von Prigoschins Privatflugzeug im russischen Gebiet Twer, bei dem auch neun weitere Insassen starben, hat Russland abgelehnt. Leider hätten die russischen Ermittler die Leichen nicht auf Alkohol oder andere Drogen im Blut untersucht, sagte Putin nun außerdem. Der Kremlchef sagte, dass zuvor bei einer Razzia in Prigoschins Heimatstadt St. Petersburg auch fünf Kilogramm Kokain sichergestellt worden seien.

Nach dem gescheiterten Söldneraufstand im Juni hatte der Kreml den Wagner-Kämpfern, die monatelang in der Ukraine kämpften, einen Eintritt in die reguläre russische Armee angeboten. Putin meinte, »einige Tausend Kämpfer« hätten mittlerweile solche Verträge mit dem russischen Verteidigungsministerium unterschrieben. Überprüfen ließ sich auch das nicht. Die Wagner-Söldner sollen nach früheren Angaben Putins in neuen Einheiten wieder im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt werden.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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