sport

Spiel der Könige

Seit zwei Jahren gibt es den Schachclub als Bestandteil der Münchner Gemeinde, der im Oktober 2007 unter dem Dach der Integrationsabteilung offiziell eröffnet wurde. Zurzeit treffen sich die 45 Clubmitglieder regelmäßig im Gemeindezentrum und versuchen, Zug um Zug die faszinierende Welt dieses Spieles zu durchforschen. Eine Altersbeschränkung gibt es dabei nicht. Sieben Jahre ist der jüngste Spieler im Club, 83 der älteste. »Alle Geheimnisse des Schachspiels ergründen wir nach und nach«, erzählt der Leiter des Schachclubs, Leonid Volshanyk, »beim Schachspiel muss man wenigstens zwei Züge voraussehen lernen. Das ist auch für das übrige Leben von Vorteil.« Gleich nach seiner Umsiedlung von Charkow nach München 1999 begann Volshanyk noch im Wohnheim sich mit ganzer Kraft dem Schachspiel zu widmen. Nach kurzer Zeit spielte er schon in einem Münchner Schachclub und begann im Jugendzentrum der IKG Schachstunden zu geben. In den letzten zehn Jahren haben sich nach seinen Schätzungen etwa 300 Kinder, Jugendliche und Erwachsene der Münchner Gemeinde dem Spiel um Taktik und Strategien verschrieben. Ärzte, Wissenschaftler, Lehrer und Ingenieure widmen ihre Freizeit dem Spiel am Schachbrett. Moskau, St. Petersburg, Kiew, Char- kow, Baku, Aschhabad – die Landkarte der ehemaligen Sowjetunion kann man aus den Geburtsorten der Schachclubmitglieder leicht rekonstruieren

Erfolg Wie aus dem Schachkurs der Gemeinde ein erfolgreicher Club mit großen Meistern wurde, das erzählt Volshanyk nicht ohne Stolz. 2002 traten die Schachspieler aus der IKG beim Schachturnier aller bayerischen Gemeinden in Augsburg an und holten dort gleich den ersten Platz. Seitdem sind die Münchner Schachspieler Jahr für Jahr nie ohne Pokal nach Hause gekommen. Auch beim internationalen Turnier in Aachen 2006 schaffte die Münchner Mannschaft den ersten Platz. Besonders freut sich Schachmeister Leonid Volshanyk über seine jungen Spieler, die nicht nur in anderen führenden Münchner Clubs spielen, sondern auch zur Ehre der Münchner Gemeinde kämpfen. Der 17-jährige Schachmeister Alexsander Reichman und der 22-jährige Schachmeister Ilja Schwarzberg, vom Club »Tarrasch«, sind »unser ganzer Stolz«, sagt Leonid.

Turnier Das besondere Highlight des Jahres 2009 war das erste große Maccabi-München-Schachturnier im Mai. Organisiert von Maccabi-München zusammen mit dem Schachclub trafen sich die Schachspieler der IKG zum Wettbewerb. Judith Epstein vom Vorstand der Gemeinde hat sich für das Turnier engagiert und fünfundzwanzig Spielbretter zur Verfügung gestellt. 37 Erwachsene und 15 Kinder spielten im kleinen Gemeindesaal des Gemeindezentrums im Laufe eines Tages. Das Schnell-Schachturnier, 20 Minuten pro Spiel in neun Runden, hat allen Teilnehmern viel Spaß gebracht. Bei aller Stille und Konzentration war der sportliche Eifer spürbar. Die Ergebnisse der Spiele wurden gleich ausgedruckt und aufgehängt. Bis zuletzt versuchten sich die Spieler aller Altersgruppen gegenseitig schachmatt zu setzen. Bei den Erwachsenen gelang dies Eduard Dvorkin, bei den Kindern den Geschwistern Odelia und Noam Bergauz.

gewinn Ihre Pokale erhielten sie ein paar Tage später beim Sommerfest auf dem Maccabi-Gelände. Gleich danach spielten Groß und Klein auf dem großen Bodenschachbrett auf der Anlage, das von Maccabi-Ehrenpräsident Fred Brauner vor Jahren gesponsert worden war und sich seither großer Beliebtheit erfreut. »Das Maccabi-München-Schachturnier«, erzählt Volshanyk, »wurde auf höchstem Niveau orga- nisiert und hat unserer Schachmannschaft sehr gut gefallen«. Das motiviert die Organisatoren, daraus ein jährliches Turnier zu machen – am besten im Mai zum Geburtstag Israels.

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