Palästinensergebiete

Spendabel

Aufbauhilfen in Höhe von 156 Millionen Euro hat die internationale Staatengemeinschaft den Palästinensern am Dienstag zugesagt. In Berlin waren Vertreter von 40 Staaten, darunter 20 Außenminister, zur »Sicherheitskonferenz Palästina« zusammengekommen, um über die Zukunft des noch zu gründenden palästinensischen Staates zu beraten. Mit dem Geld – die Zusage übertraf die zuvor geäußerten Erwartungen um rund 30 Millionen Euro – werde die zivile Polizei- und Justizverwaltung in den palästinensischen Gebieten ausgebaut, hieß es. Bis zum Jahr 2011 sollen mehrere Tausend Zivilpolizisten im Westjordanland ausgebildet, baufällige Polizeistationen renoviert und die Ausrüstung von Beamten verbessert werden. Unter anderem ist an den Bau einer Kfz-Werkstatt für Polizeifahrzeuge gedacht. Auch Gebäude der Justizverwaltung sowie Gefängnisse sollen instand gesetzt oder neu gebaut werden. Deutschland beteiligt sich an den Zahlungen mit 15 Millionen Euro, versprach Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD).
Doch in den vergangenen Jahren hatte es immer wieder erhebliche Zahlungen von Seiten der Europäischen Union oder der Vereinten Nationen gegeben. Auch dabei ging es stets um humanitäre Hilfe oder den Aufbau ziviler Infrastruktur. Doch das Geld floss zumeist in Waffenkäufe oder auf die Konten korrupter PLO-Funktionäre. Bleibt die Frage, mit welchen Mitteln die Geberländer diesmal die Einhaltung des Verwendungszwecks der zu leistenden Finanzhilfen überwachen wollen.
Israels Außenministerin Zipi Livni, US-Außenministerin Condoleezza Rice und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonten die Notwendigkeit einer Zweistaatenlösung. Letztere begrüßte auch die Waffenruhe zwischen Israel und der terroristischen Hamas, fügte jedoch hinzu, dass die Hamas auch weiterhin nicht als Dialogpartner in Frage komme. Der Nahostbeauftragte der EU, Tony Blair, wies auf die aus seiner Sicht erheblichen Fortschritte des Friedensprozesses hin. Wohingegen sowohl der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Mussa, als auch der palästinensische Regierungschef Salam Fajad mit dem Finger auf Israel zeigten und betonten, dass der Siedlungsbau und die Straßensperren in den Palästinensergebieten die Haupthindernisse auf dem Weg zum Frieden seien.
In der Abschlusserklärung versicherten die Teilnehmerländer der Konferenz, weiterhin eine Zwei-Staaten-Lösung zu unterstützen sowie Extremismus und Gewalt bekämpfen zu wollen. Ferner betonten sie die Notwendigkeit einer schnellen Verwirklichung der vorgeschlagenen Projekte. Auf dem Papier liest sich das alles zweifellos gut. Doch noch während in Berlin getagt wurde, schossen palästinensische Terroristen aus dem Gasastreifen erneut Kas- samraketen in Richtung Israel – trotz der vereinbarten Waffenruhe. Ob mehr Geld für die Palästinenser an den fortdauernden Angriffen etwas ändern wird? ja/dpa

Feiertage

Chatima towa, oder was?

Was von Rosch Haschana über Jom Kippur bis Sukkot die korrekte Grußformel ist

von Rabbiner Yaacov Zinvirt  11.09.2026 Aktualisiert

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026