Orchester Jakobsplatz

Sommer der Konzerte

von Miryam Gümbel

Der Kultursommer kann beginnen. Heute, am Donnerstagabend, tritt das Orchester Jakobsplatz um 20 Uhr in der Pinakothek der Moderne auf. Damit wird die Saison von einem ganz besonderen Orchester eingeleitet. 2005 wurde es von jungen Mitgliedern der Israelitischen Kultusgemeinde München gegründet. Ihr Ziel: Professionelle jüdische und nichtjüdische Musiker wollen als Gemeinschaft den Dialog der Menschen mit der Sprache der Musik fördern.
Klaus Schultz, der Intendant des Bayerischen Staatstheaters am Gärtnerplatz, bezeichnete das Orchester als »Bereicherung und wichtige Facette« im Kulturleben Münchens. Die bisherigen Aufführungen hätten gezeigt, wie vielfältig und eindrucksvoll auch in Kammerorchestergröße Musiktheater umgesetzt werden kann, sagte Schultz, dessen Theater sich in der Nähe des neuen jüdischen Gemeindezentrums befindet.
Starthilfe, so Julia Grossmann von den Freunden des Orchesters Jakobsplatz, habe die Kulturabteilung der Gemeinde geleistet. Im hochrangig besetzten Kuratorium engagiert sich auch IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch. Die enge Verbindung mit der Kultusgemeinde betonte Anita Kaminski, Vorstandsmitglied sowohl der Israelitischen Kultusgemeinde wie des Freundeskreises des Orchesters. Dieser sorgt für Organisation und materielle Unterstützung durch ehrenamtliche Arbeit und finanziell. Wesentliche Unterstützung, sagt Schatzmeister Wolfgang Stegmüller, erfahren die Musiker auch durch die Kulturstiftung des Bundes. Das Orchester möchte möglichst vielen Menschen Musik zugänglich machen, betonte Julia Grossmann. Deshalb seien die Eintrittspreise trotz Finanzknappheit stets moderat gehalten. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.
Wichtig ist den Musikern auch die Zusammenarbeit mit anderen kulturellen Einrichtungen, was ihr Auftritt in der Pinakothek der Moderne beweist. Gärtnerplatztheaterchef Schultz freut sich schon auf die beiden Konzerte in seinem Haus am 14. Mai und am 9. Juli.
Bereits der erste Konzertabend betont mit seiner Musikauswahl die deutsch-jüdische Verbindung. Gespielt werden Werke von Johann Sebastian Bach, Richard Strauß, Pavel Haas, Gideon Klein sowie die Uraufführung der Deutsch-Jiddischen Kantate von Ivan Fischer in Orchesterversion. Am zweiten Abend soll die Vertonung von jiddischen Gedichten von Marc Chagall durch den israelischen Komponisten Gilead Mishory uraufgeführt werden.
Ein großes Konzertereignis wird am 17. und am 18. Juni im Hubert-Burda-Saal im Gemeindezentrum erwartet. Zur Aufführung kommt von Darius Milhaud das liturgische Werk »Service Sacré« mit Texten aus der Tora in deutscher Sprache. Die Bariton-Partie singt Yaron Windmüller, die Rolle des Sprechers übernimmt Mosche Nathan Kaminski. Außerdem wirken Mitglieder des Extra-Chors der Bayerischen Staatsoper mit. Auch das kulturelle Miteinander ist dem Orchester Jakobsplatz wichtig. Derzeit spielen junge Musiker aus mehr als einem Dutzend verschiedener Nationen. Und Konzertmeister Mark Tiktiner aus Israel ist schon sehr gespannt auf einen Geiger aus Ägypten, der bei einem der nächsten Projekte mitwirken wird.

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