genetik

Seltene Mutation

genetik
Seltene
Mutation

Gendefekt soll
Parkinson-Krankheit
bei aschkenasischen Juden verursachen

Eine spezifische Mutation in einem einzigen Gen könnte die Hauptursache für Parkinson-Erkrankungen unter aschkenasischen (osteuropäischen) Juden sein. Dies berichten Forscher am Albert-Einstein-Institut für Medizin der Yeshiva University und in dessen Klinik, dem Beth Israel Medical Center in New York, in einer Studie, die vergangene Woche im »New England Journal of Medicine« erschienen ist. »So wie die Entdeckung der Genmutationen BRCA 1 und 2, die mit Brustkrebs zusammenhängen, wird diese Studie Auswirkungen auf die Parkinson-Diagnostik bei Aschkenasim haben«, sagte die Leiterin des Projekts, die Neurologin Susan B. Bressman. »Unsere Resultate zeigen, daß es sinnvoll ist, genetische Untersuchungen bei bestimmten Bevölkerungsgruppen vorzunehmen, selbst wenn eine Krankheit nicht ursächlich genetischen Ursprungs zu sein scheint.«
»Bisher wurde die Möglichkeit, daß die Parkinson-Krankheit genetische Ursachen haben könnte, nicht wirklich verfolgt«, ergänzt die Mitautorin der Studie, Laurie J. Ozelius. Die Professorin für Molekulargenetik am Einstein-Institut sagt: »Unsere Ergebnisse sollten diesen Zusammenhang herausstellen und dazu führen, daß häufiger Gentests zur Früherkennung der Krankheit durchgeführt werden.«
Die Forscher entdeckten die seltene Mutation auf dem Gen LRRK 2. Bei einem Prozent aller aus Europa stammenden Patienten, die im Alter an Parkinson erkranken und nicht durch Parkinson-Fälle in der Familie genetisch vorbelastet sind, ist das Gen mutiert. Für die Studie hatten die Mediziner 120 aschkenasische Parkinson-Patienten getestet. 22 waren von der Genmutation betroffen. Bei anderen Parkinson-Patienten mit europäischer Herkunft sei dieser Wert 15 bis 20mal niedriger, heißt es in der Studie. Noch deutlicher wurde der Zusammenhang für die Forscher, als sie die Patienten in zwei Gruppen teilten: 37 Proban-
den, bei denen bereits Familienangehörige unter der Krankheit gelitten hatten, und 83, bei denen dies nicht der Fall war. In der ersten Gruppe wiesen 11 (29,7 Prozent) die Mutation auf, in der zweiten ebenfalls 11 (13,3 Prozent).
In einer Kontrollgruppe von 317 gesunden aschkenasischen Juden wiesen nur vier den Gendeffekt auf. Außer bei den Aschkenasim fanden die Forscher eine Häufung der Mutation bei einer Gruppe arabischer Patienten aus Nordafrika. Deshalb vermuten die Mediziner, sie könne ursprünglich im Nahen Osten entstanden sein. ja

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026

Holocaust-Gedenken

Wagner und Mendel kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026