Paul Spiegel

»Seinen Weg fortführen«

»Paul Spiegel war Anwalt aller Juden und er war überzeugter und überzeugender Demokrat, dem es eine Herzenssache war, dieses Land mitzugestalten, es weltoffen und tolerant zu halten. (...)
Wir haben ihn erlebt, als Wegbereiter der Renaissance des Judentums in Deutschland. Eine Renaissance, die keiner von uns, die wir das dunkelste Kapitel der Geschichte überlebt haben, jemals zu träumen gewagt hätten. Paul Spiegel hat sich auf seine eigene Art ebenso besonnen wie beharrlich für diese Renaissance stark gemacht. Unter seiner Führung ist es zum Abschluß des Staatsvertrages zwischen der Bundesrepublik und dem Zentralrat gekommen. Dieser wichtige Schritt sichert die Zukunft der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Noch unsere Kinder und deren Kinder werden mit der Gewißheit dieses Vertrages ihr Judentum leben und genießen, ihren Glauben und jüdische Tradition weitergeben können. (...)
Paul Spiegels Ziel war es, die jüdische Gemeinschaft aus ihrer oft selbst erwählten Zurückgezogenheit in den letzten Jahrzehnten herauszuführen. Juden in Deutschland begreifen sich mehr und mehr als selbstverständlichen Teil dieser Gesellschaft. Diesen Weg müssen wir weitergehen. Deshalb muß unserer Gemeinschaft im besten Wortsinne sich ‚selbst bewußt‘ werden. Wir müssen entscheiden, wie wir unser jüdisches Selbstverständnis in diesem Land, unserer Heimat, leben wollen. Paul Spiegel hat mit seinem Leben und Wirken uns hierbei einen wesentlichen Schritt vorwärtsgebracht. Wir alle, seine Weggefährten, seine Freunde, seine Familie, profitieren von dieser Entwicklung. Wir wollen daher gemeinsam seinen Weg fortführen. Wir wollen Chancen erkennen und nutzen, wo andere Berge von Problemen sehen. Diese Einstellung zum Leben und zur Arbeit ist Paul Spiegels Vermächtnis.«

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Schweden

Im Wahlkampf mit dem Davidstern

Simona Mohamsson ist Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin und Vorsitzende der Liberalen. Jetzt überraschte die Tochter muslimischer Einwanderer mit einer deutlichen Geste

von Michael Thaidigsmann  19.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026