Kinder

Segenssprüche und Lutscher

In der großen Ohel Jakob Synagoge läuft der Schabbatgottesdienst. Einen Stock tiefer, in der kleinen Synagoge, wird ebenfalls gebetet. Hier findet ein Kindergottesdienst statt. Die Vorsitzende des Elternbeirates der Sinai-Schule, Medea Mahkorn, hatte gemeinsam mit Talia Presser die Idee dazu. Nach der erfolgreichen Premiere des Kindergottesdienstes im November letzten Jahres, damals unterstützt von Familie Brodt, ergriffen beide Frauen auch diesmal wieder die Initiative.
Rabbiner Elias Dray, Religionslehrer Marcus Schroll und Religionslehrerin Michaela Rychla führen den Gottesdienst und erklären die Bedeutung verschiedener Segenssprüche. »Baruch Atah Adonai Elohenu Melech HaOlam…«, beginnen die Kinder den Segensspruch, den sie schon gut kennen. »Was bedeutet Schma Israel?«, fragte Marcus Schroll und blickt in die Runde. Endlich fasst sich die zierliche Shira ein Herz und antwortet vorsichtig: »Höre Israel!«. Sie ist stolz, als ihr bestätigt wird, dass sie es wusste. Dann lesen die Kinder gemeinsam die deutsche Übersetzung des Schma Israel.
Es folgte ein spannendes Quiz. Als Belohnung für jede richtige Antwort gab‘s einen koscheren Lutscher. Klar, dass alle sich besonders anstrengten, um noch viele weitere Leckereien einzuheimsen. Am Ende des Quiz gab es für jeden einen Schlüsselanhänger. Den dürfen sie aber zunächst nur anschauen, weil, wie sie gerade gelernt haben, man am Schabbat nichts mitnehmen und nichts nach außen tragen darf. Sie bekamen die Schlüsselanhänger in der darauffolgenden Woche in Schule und Kindergarten ausgehändigt.
Als Höhepunkt und Abschluss des Kindergottesdienstes dürfen die Kinder in die große Synagoge. Dort ist der Gottesdienst schon fast zu Ende. In zwei Reihen, hier die Mädchen, da die Jungen, werden die jüngsten Gemeindemitglieder nach vorn geführt. Sie sammeln sich am Ehrenplatz vor dem Toraschrank, dreißig festlich angezogene Jungs und Mädchen.
»Ich merke, wie sich gerade die älteren Menschen freuen, wenn sie die Kinder sehen, wie sie dabei lächeln. Und ihre Augen strahlen,« sagte Talia Presser. »Auch das ist eine Bestätigung für unser Engagement und eine Aufforderung zum Weitermachen.«
Rabbiner Steven Langnas bedankte sich bei den Organisatoren des Kindergottesdienstes und bei den Sponsoren. Beim zweiten Mal waren dies die Familie Zelkowicz und Spender, die anonym bleiben wollen. Mit dieser Unterstützung wurde auch der anschließende gemeinsame Kiddusch im Gemeinderestaurant ermöglicht. Die Madrichim des Jugendzentrums »Neshama« haben die Kinderbetreuung übernommen, sodass die Eltern sich in aller Ruhe unterhalten konnten. »Wir sehen schon, dass der Kindergottesdienst ein integraler Bestandteil unserer Schabbatgottesdienste in der Ohel Jakob Synagoge wird.« betonte Gemeinderabbiner Langnas. Der Synagogenchor »Schma Kaulenu« und zwei Jungen aus dem Knabenchor, die zu der Kindergruppe gehörten, singen unter der Leitung von David Rees.
In diesem Gesang wird die Zusammengehörigkeit zu einer Geschichte, einer Tradition und einem Volk spürbar. Dank der neuen Sponsoren, Familie Wagner, wird schon der nächste Kindergottesdienst geplant. Marina Maisel

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026

Würdigung

Hamburg ehrt Esther Bejarano und Jina Mahsa Amini

In der Hansestadt gibt es künftig eine Esther-Bejarano-Straße und einen Jina-Mahsa-Amini-Park

 24.08.2026

Schweden

Im Wahlkampf mit dem Davidstern

Simona Mohamsson ist Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin und Vorsitzende der Liberalen. Jetzt überraschte die Tochter muslimischer Einwanderer mit einer deutlichen Geste

von Michael Thaidigsmann  19.08.2026

Nahost

Israel soll Militärflugplatz in Nordsyrien attackiert haben

Israel hat seit dem Umsturz wiederholt auch Ziele in Syrien ins Visier genommen. Nun wird ein erneuter Angriff gemeldet. Der US-Sondergesandte für Syrien übt deutliche Kritik

 18.08.2026

Vandalismus

Deportationsmahnmal in Berlin beschmiert

Das Denkmal an der Putlitzbrücke soll an die über 30.000 Juden erinnern, die zu NS-Zeiten vom benachbarten Moabiter Güterbahnhof aus in Konzentrationslager deportiert wurden

 18.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert