Leer (Ostfriesland)

Schoa-Überlebender Weinberg will mit Steinmeier sprechen

Albrecht Weinberg Foto: picture alliance/dpa

Leer (Ostfriesland)

Schoa-Überlebender Weinberg will mit Steinmeier sprechen

Nach seiner Ankündigung, das Bundesverdienstkreuz abzugeben, hat der fast 100-jährige Zeitzeuge ein Gesprächsangebot des Bundespräsidenten angenommen

 31.01.2025 13:18 Uhr

Nach seiner Ankündigung, das Bundesverdienstkreuz abzugeben, hat der Holocaust-Überlebende Albrecht Weinberg ein Gesprächsangebot von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier angenommen. »Man kann nur etwas ändern, wenn man miteinander spricht«, sagte der 99-jährige Weinberg am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Als Reaktion auf den Antrag der Unionsfraktion für eine verschärfte Asylpolitik, den der Bundestag mit AfD-Stimmen angenommen hatte, hatte Weinberg am Donnerstag gemeinsam mit dem Fotografen Luigi Toscano erklärt, dass er die ihm verliehene Auszeichnung nicht mehr tragen wolle. Dass die Union ihren Antrag mit Stimmen der AfD durchgesetzt hat, sei »ein Schlag ins Kontor«. Er äußerte sich besorgt darüber, dass »die Rechtsradikalen so stark geworden sind«.

Lesen Sie auch

Bundespräsident Steinmeier hatte öffentlich sein Bedauern über die Entscheidung geäußert und eine Gesprächseinladung ausgesprochen. Das Büro des Bundespräsidenten habe sich bei ihm gemeldet, sagte Weinberg. Steinmeier wolle mit ihm und Luigi Toscano sprechen. Noch stehe nicht fest, wo sie sich treffen. Weinberg sagte, ihm gehe es darum, »Zufriedenheit für beide Seiten« zu erreichen.

Albrecht Weinberg ist als Zeitzeuge vielfach geehrt worden. 2017 bekam er das Bundesverdienstkreuz. Der fast 100-Jährige hält nach wie vor Vorträge, um Lehren aus der Vergangenheit anzumahnen. Der aus Italien stammende deutsche Fotograf Luigi Toscano erlangte weltweite Bekanntheit mit seiner Ausstellung »Gegen das Vergessen« mit Aufnahmen von mehr als 400 Überlebenden des Holocaust. epd

Holocaust-Gedenken

Wagner und Mendel kritisieren Yad-Vashem-Entscheid

In Deutschland sollen zwei Niederlassungen der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen. Der jüdische Wissenschaftler Meron Mendel und der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, sehen das in Teilen kritisch

 29.05.2026

Reisen

Kein Parkplatz am Ben-Gurion-Flughafen

US-Militärjets blockieren 70 Prozent des Flughafens. Flüge fallen aus, Airlines bleiben weg und kurz vor dem Sommer herrscht große Unsicherheit

von Sabine Brandes  29.05.2026

Diplomatie

Israels Präsident begrüßt ersten Botschafter Somalilands

Als weltweit erstes Land hatte Israel vor einem halben Jahr die muslimisch geprägte Region im Norden Somalias als unabhängigen Staat anerkannt. Jetzt kommt der erste Botschafter nach Israel

 18.05.2026

Internationaler Strafgerichtshof

Bericht: Geheime internationale Haftbefehle gegen Ben-Gvir und andere

»Haaretz« berichtet über mögliche neue Schritte gegen mehrere israelische Minister und Militärvertreter

von Sabine Brandes  17.05.2026

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026