Chametz

Proteste zu Pessach

Unter Brotunruhen versteht man für ge-
wöhnlich Ausschreitungen hungriger Volksmassen. Im Israel des Jahres 5768 be-
deutet der Begriff dagegen den innerjüdischen Konflikt um den Verkauf von Chametz während der Pessach-Woche. Angeheizt wurden die Spannungen durch ein Urteil des Jerusalemer Amtsgerichts, das den Verkauf gesäuerter Teigwaren während des Festes weitgehend erlaubte. Als Reaktion verschickte die ultraorthodoxe Gruppe »Eda Charedit« einen Drohbrief an Jerusalems nichtkoschere Restaurants und warnte sie vor dem Verkauf von Chametz. Wer Gesäuertes verkaufe, so die »Gemeinde der Gottesfürchtigen«, müsse mit Konsequenzen rechnen. Davon ließen sich eingefleischte Laizisten ebenso wenig ab-
schrecken wie von einer ultraorthodoxen Anti-Chametz-Demonstration in Jerusalem am Dienstag dieser Woche.
Andere nichtkoschere Lokale lassen da-
gegen die Finger von Chametz – nicht aus Angst vor Gewalt, sondern weil viele ihrer Kunden im Alltag zwar nicht auf die Kaschrut achten, zu Pessach aber kein Brot essen. In den Filialen von McDonald’s, bis auf wenige Ausnahmen nichtkoscher, gab es diese Woche enttäuschte Kindergesichter. Statt des üblichen Menüs mussten die Kleinen mit chametzfreien Hamburgerbrötchen und Nuggets vorlieb nehmen. Dagegen konnten die Bäckereien in Abu Gosch, sieben Autominuten von der Jerusalemer Stadtausfahrt entfernt einen Um-
satzboom feiern. Um den Brot- und Pitabedarf unfrommer Juden zu decken, legten die Bäcker sogar Überstunden ein. Im »Ta-
bun« reichten sich die Kunden die Klinke in die Hand, um Pitot für sieben Schekel pro Zehnerpack zu erwerben.
Den originellsten Protest gegen den Chametz-Verkauf gab es allerdings nicht in Jerusalem, sondern in Bat-Jam. Dort be-trat ein ultraorthodox gekleideter Mann die örtliche Filiale der nichtkoscheren Su-
permarktkette Tiw Ta’am und zog sich fast vollständig aus. Zur Begründung erklärte der 27-Jährige, nach eigenen Angaben Je-
schiwastudent, in seinem Chametz-Urteil habe das Jerusalemer Amtsgericht das In-
nere eines Lebensmittelladens als »nichtöffentlichen Bereich« definiert. Das bedeute, dass auch seine eigene Entblößungsaktion nicht in der Öffentlichkeit stattge-
funden habe. Trotz dieser Begründung wurde der Protestler zur psychiatrischen Begutachtung geschickt. Wolf Silberbach

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026