Friedensprozess

Ohne Gewähr

von Wladimir Struminski

Der sieben Jahre lang tot geglaubte Friedensprozess ist wieder in den Schlagzeilen. Ehud Olmert und Mahmud Abbas verhandeln über die Grundsätze einer Konfliktlösung. Israel sieht in der Palästinenserführung wieder einen Gesprächspartner, über- weist der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA) Geld, lässt Fatah-Häftlinge frei, streicht Hunderte von Terroristen von der Gesuchtenliste und will den Palästinensern die Verantwortung für die Sicherheit einiger Städte im Westjordanland überlassen. Eine Delegation der Arabischen Liga besucht Israel und berät über einen Ausgleich mit dem »zionistischen Feind«. Baschar al-Assad bekundet seinen Friedenswillen und erklärt im Parlament, der Preis des Friedens sei niedriger als die Kosten des Krieges. Und als Krönung lädt George Bush nach Washington zu einer internationalen Friedenskonferenz im November ein. Dazu hat sich sogar Saudi-Arabien angekündigt. Ist der Frieden also zum Greifen nah, oder verfolgt Olmert lediglich das Ziel, einen Fototermin mit den Saudis zu bekommen, wie eine Kommentatorin letzte Woche giftete?
Weder noch, meint Jaacov Bar-Siman-Tov, Professor für internationale Beziehungen an der Hebräischen Universität Jerusalem. »Die Konferenz soll das politische Kli- ma verbessern«, so Bar-Siman-Tov zur Jüdischen Allgemeinen. »Ohne internationale Unterstützung ist nicht einmal ein teilweises Abkommen zwischen Israel und der PNA möglich. Dazu sitzt das gegenseitige Misstrauen zu tief.« Damit die verfeindeten Nachbarn eine Chance zum Ausgleich bekommen, sollten aber nicht nur die Ameri- kaner und die arabische Welt, sondern auch Europa eingebunden werden.
Eine wichtige Aufgabe der internationalen Gemeinschaft wäre Wirtschaftshilfe für die PNA. Eine Erfolgsgarantie gäbe es allerdings auch dann nicht. So glauben die meisten Beobachter nicht, dass ein umfassender Friedensvertrag gegenwärtig möglich ist. Dazu sind die Differenzen, etwa in der Jerusalem- und der Flüchtlingsfrage, zu groß. Selbst ein Zwischenabkommen droht zu platzen, sei es wegen Abbas’ innen- und sicherheitspolitischer Schwäche, sei es wegen einer Terrorkampagne, die die in Gasa herrschende Hamas starten könnte, sei es wegen vorgezogener Wahlen in Israel.
An der syrischen Front erscheint ein baldiger Durchbruch erst recht zweifelhaft. Das Höchste, was Syrien Israel gegenwärtig anzubieten hätte, ist ein »kalter Frieden«. Dafür aber, so Bar-Siman-Tov, wären die meisten Israelis nicht bereit, die Golanhöhen aufzugeben. Ohnehin wäre die Regierung innenpolitisch nicht imstande, eine Verständigung mit Syrien und den Palästinensern gleichzeitig durchzusetzen. Den Amerikanern wiederum passt eine internationale Aufwertung von Damaskus, die die US-Politik im Irak konterkariert, nicht ins Konzept. Daher hat Bush den Syrern keine Einladung zur Friedenskonferenz geschickt und sie damit weiter in die internationale Isolation gedrängt. Damit aber gehen die USA das Risiko ein, dass Syrien als Revanche eine Nahost-Krise vom Zaun bricht und damit jegliche Verhandlungen torpediert.

Washington D.C.

USA wollen Saudi-Arabien 48 moderne F-35-Kampfjets verkaufen

Die Tarnkappenjets gelten als die aktuell modernsten Kampfflugzeuge. Im Nahen Osten waren sie bislang dem US-Verbündeten Israel vorbehalten. Nun zeichnet sich ein geplanter Deal mit Saudi-Arabien ab

 18.09.2026

Magdeburg

AfD will FPÖ-Erfahrungen in Sachsen-Anhalt nutzen

»Von den politischen Erfahrungen der FPÖ können wir sicherlich profitieren«, sagt der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion

 18.09.2026

Kolumne

Fastenkurse im Bordbistro

Wieder mal Spaß gehabt mit der Deutschen Bahn: Über die Katastrophe eines Weltkonzerns

von Maria Ossowski  16.09.2026

Sachsen-Anhalt

BSW will AfD-Landtagspräsidenten mitwählen

Bundesweit ist es der AfD noch nie gelungen, das Amt eines Parlamentspräsidenten zu übernehmen – auch wenn sie die stärkste Partei war. Das könnte sich in Sachsen-Anhalt jetzt ändern

 08.09.2026

Bayern

Innenminister Herrmann geht von Brandanschlägen auf Rüstungsunternehmen aus

Nach einer Brandattacke auf eine Münchner Baustelle geht Bayerns Innenminister Herrmann von einem Anschlag mit politischem Hintergrund aus - und sieht ein größer werdendes Risiko

 03.09.2026

Berlin

Chabad-Gemeinde feiert 30-jähriges Bestehen

Musik, Street-Food und ein Festakt: Die jüdische Chabad-Gemeinde in Berlin hat ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Dabei gab es auch einen virtuellen Ausblick auf ein großes Bauprojekt, das nächstes Jahr starten soll

 30.08.2026

Westjordanland

Auslandspresseverband in Israel fordert Schutz für Journalisten

Gewalttätige Siedler attackieren US-Journalisten im Westjordanland – der Auslandspresseverband warnt vor einem gefährlichen Trend

 30.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026

Desinformation

Was steckt hinter dem International Burke Institute?

Die KI-Firma OpenAI hat nach eigenen Angaben eine verdeckte russische Beeinflussungskampagne aufgedeckt, die sich als israelisch inszeniert haben soll

 26.08.2026