Peer Steinbrück

»Neue Verhandlungen sind nicht geplant«

»Neue Verhandlungen sind nicht geplant«

Peer Steinbrück über Entschädigung für israelische Schoa-Überlebende

Herr Minister, das israelische Regierungsmitglied Rafi Eitan fordert, Deutschland solle über die 1952 im »Wiedergutmachungsabkommen« vereinbarten Zahlungen hinaus zur Unterstützung von Holocaust-Überlebenden in Israel beitragen (vgl. S. 11). Ein berechtigtes Anliegen?
steinbrück: Deutschland liegen keine offiziellen Anfragen der israelischen Regierung vor. Laut Aussage der Regierung handelt es sich um eine private Initiative von Herrn Eitan. Israel und Deutschland haben klare endverhandelte Vereinbarungen, die für uns sehr wichtig sind. Die Individualentschädigungen sind mit der Claims Conference ausgehandelt worden und bilden den ganz überwiegenden Teil der deutschen Entschädigungszahlungen. Sie haben zahlreiche Verbesserungen erfahren, wie jüngst die humanitäre Anerkennungsleistung für Ghettoarbeit, die die Bundesregierung erst im Oktober beschlossen hat.

Der Präsident der Vereinigung der Schoa-Überlebenden, Noah Flug, hat bereits er-
klärt, er schäme sich nicht, Deutschland um mehr Geld zu bitten.
steinbrück: Das ist legitim – genauso, wie es legitim ist, darauf zu verweisen, dass die Bundesrepublik Deutschland in den letzten 50 Jahren all ihren mit Israel eingegangenen Verpflichtungen nachgekommen ist und neue Verhandlungen aktuell nicht geplant sind.

Minister Eitan argumentiert, dass es rund 200.000 Schoa-Überlebende in Israel gibt, die erst in den vergangenen Jahren aus der ehemaligen Sowjetunion eingewandert sind und damals nicht berücksichtigt wurden. Das klingt plausibel, oder?
steinbrück: Aus Sicht der israelischen Sozialpolitik kann ich seine Motivation nachvollziehen. Aber wie gesagt: Deutschland und Israel haben miteinander endverhandelte Po-
sitionen.

Offiziell heißt es, dass Sie bei Ihrer Israelreise in dieser Woche nicht mit Eitan zusammentreffen werden. Medienberichten zufolge ist nun doch ein Gespräch geplant. Haben Sie Ihr Programm geändert?
steinbrück: Nein. Ein Treffen mit Minister Eitan ist nicht vorgesehen. Ich komme mit meinem Amtskollegen Roni Bar-On zusammen, mit dem Zentralbankgouverneur und Schoa-Überlebenden, unter anderem Herrn Flug. Im Anschluss wird mir das Honorary Fellowship der IDC Herzliya verliehen. Das freut mich sehr und ist mir eine große Ehre.

Mit dem Bundesfinanzminister sprach
Detlef David Kauschke.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

Fernsehen

Wie Skandal-Camper Gil Ofarim erste Sympathie-Punkte sammelt

Kompliment und Kloppe für Gil Ofarim

von Aleksandra Bakmaz  29.01.2026

TV

Dschungelcamp: Gil Ofarim will nicht sprechen - oder doch?

Bei Hitze und Hunger schütten die Campteilnehmer sich gegenseitig ihr Herz aus. Am zweiten Tag in Down Under lassen die Dschungelbewohner tief blicken. Doch nicht jeder bekommt Mitleid

von Inga Jahn  25.01.2026

Leipzig

Gegensätzliche Nahost-Demos linker Gruppen 

Ein Team des MDR wurde aus der antiisraelischen Demo heraus angegriffen

 17.01.2026

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026