Antisemitismus

»Mit«-Bürger

»Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa – Zur Geschichte eines Vorurteils« war der Titel des Vortrags, zum dem das Kulturzentrum der IKG München den Historiker und Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch jüdische Studien an der Universität Potsdam Julius H. Schoeps eingeladen hatte. Im Begleitprogramm zu der Ausstellung »Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?« im Gasteig, die in dieser Woche zu Ende gegangen ist, berichtete er über seine Eindrücke und Erfahrungen zum Thema.
Als Mitherausgeber des Sammelbandes »Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa«, hat er seit Langem Informationen über die Entwicklung in elf Ländern zusammengetragen, die die Beharrlichkeit antijüdischer Feindbilder und sogar eine Zunahme antisemitischer Straftaten seit der Jahrtausendwende in fast allen Regionen Europas belegen. Bei dem Abend im Gemeindezentrum zeigte Schoeps anhand von Politikeräußerungen, dass sich oft schon hinter der Wortwahl Ressentiments verbergen. Häufig tauche in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob man nicht mehr sagen dürfe, was man denke. Später in der Diskussion ergänzte einer der Teilnehmer diesen Gedanken und betonte, dass der Antisemitismus inzwischen nicht nur in der Mitte, sondern auch in der Elite der Gesellschaft angekommen sei. Als Beispiel für eine distanzierende Wortwahl im Zusammenhang mit Juden hatte Schoeps das häufig verwendete Wort »Mit«-Bürger angesprochen: »Niemand käme auf den Gedanken, zum Beispiel von katholischen Mitbürgern zu sprechen.« Dem Antisemitismus, so Schoeps, sei mit Rationalität nur schwer beizukommen. Doch die Debatte darüber müsse auch in Zukunft weitergeführt werden. gue

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026

Nahost

Iran greift erstmals europäisches Ziel an: Drohne trifft britischen Stützpunkt auf Zypern

Nach Ausrufung einer Sicherheitswarnung erschütterten Explosionen die Basis. Kampfjets der Royal Air Force hoben nach Angaben von Flugbeobachtern ab, um den Luftraum zu sichern

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Zusammenfassung

Israels Armee: Wir greifen Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an

Der Iran hat mittlerweile bestätigt, dass etliche hochrangige Militärs wie Generalstabschef getötet wurden

 01.03.2026

Analyse

»Der Iran hat nicht die Schlagkraft«

Das iranische Regime kann den Angriffen von Israel und den USA aus Sicht des Politologen Maximilian Terhalle militärisch wenig entgegensetzen - und durchaus gestürzt werden

 28.02.2026

Deutschland

Höhere Sicherheitsmaßnahmen nach Angriff auf Iran

Hessen verstärkt die Sicherheitsvorkehrungen. Laut Innenministerium betrifft dies besonders jüdische, israelische und amerikanische Einrichtungen

 28.02.2026

Rabbinerausbildung

»Sehr bedeutsamer Schritt«

Die Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und die Nathan Peter Levinson Stiftung beabsichtigen Kooperation

 19.02.2026

Brandenburg

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Seit vielen Jahren versucht eine streng orthodoxe jüdische Gemeinde in Brandenburg, höhere staatliche Zuschüsse zu bekommen. Dafür werden auch immer wieder die Gerichte eingeschaltet

 18.02.2026

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

Fernsehen

Wie Skandal-Camper Gil Ofarim erste Sympathie-Punkte sammelt

Kompliment und Kloppe für Gil Ofarim

von Aleksandra Bakmaz  29.01.2026