Antisemitismus

»Mit«-Bürger

»Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa – Zur Geschichte eines Vorurteils« war der Titel des Vortrags, zum dem das Kulturzentrum der IKG München den Historiker und Direktor des Moses-Mendelssohn-Zentrums für europäisch jüdische Studien an der Universität Potsdam Julius H. Schoeps eingeladen hatte. Im Begleitprogramm zu der Ausstellung »Antisemitismus? Antizionismus? Israelkritik?« im Gasteig, die in dieser Woche zu Ende gegangen ist, berichtete er über seine Eindrücke und Erfahrungen zum Thema.
Als Mitherausgeber des Sammelbandes »Feindbild Judentum. Antisemitismus in Europa«, hat er seit Langem Informationen über die Entwicklung in elf Ländern zusammengetragen, die die Beharrlichkeit antijüdischer Feindbilder und sogar eine Zunahme antisemitischer Straftaten seit der Jahrtausendwende in fast allen Regionen Europas belegen. Bei dem Abend im Gemeindezentrum zeigte Schoeps anhand von Politikeräußerungen, dass sich oft schon hinter der Wortwahl Ressentiments verbergen. Häufig tauche in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob man nicht mehr sagen dürfe, was man denke. Später in der Diskussion ergänzte einer der Teilnehmer diesen Gedanken und betonte, dass der Antisemitismus inzwischen nicht nur in der Mitte, sondern auch in der Elite der Gesellschaft angekommen sei. Als Beispiel für eine distanzierende Wortwahl im Zusammenhang mit Juden hatte Schoeps das häufig verwendete Wort »Mit«-Bürger angesprochen: »Niemand käme auf den Gedanken, zum Beispiel von katholischen Mitbürgern zu sprechen.« Dem Antisemitismus, so Schoeps, sei mit Rationalität nur schwer beizukommen. Doch die Debatte darüber müsse auch in Zukunft weitergeführt werden. gue

Israel

Dafür stehen die arabischen Parteien in Israel

Die arabisch geprägten Parteien in Israel haben bei der Parlamentswahl überdurchschnittlich gut abgeschnitten. Wofür setzen sie sich ein, was sind ihre Ziele?

 28.10.2026

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026