Olga Benario

Leben im Widerstand

Am Vorabend des 100. Geburtstages von Olga Benario ist in der Seidl-Villa am Nikolaiplatz 1B die Dokumentations-Ausstellung »Die Nazis werden scheitern« eröffnet worden. Sie zeigt das Leben der antifaschistischen Widerstandskämpferin, die am 12. Februar 1908 in München in einer bürgerlich-jüdischen Familie geboren wurde. Schon als Jugendliche engagiert sie sich politisch, zieht nach Berlin, wo sie in einer spektakulären Aktion ihren Freund Otto Braun aus dem Moabiter Untersuchungsgefängnis befreit. Nach der Flucht aus Moskau geht sie 1935 mit ihrem Lebensgefährten, dem Brasilianer Luis Carlos Prestes, nach Rio de Janeiro, wird dort verhaftet und hochschwanger nach Deutschland ausgeliefert, wo sie im Berliner Frauengefängnis ihre Tochter Anita Leocadia zur Welt bringt. Anfang 1938 wird Benario von der Tochter getrennt, kommt ins KZ Ravensbrück und wird 1942 in Bernburg in einer Gaskammer ermordet.
Zur Ausstellungseröffnung kam die Tochter Anita Leocadia Prestes nach München. Die Historikerin schilderte in einem Vortrag die Zeit der 1930er Jahre unter der Regierung Vargas in Brasilien. Nach der Begrüßung, insbesondere auch einiger Zeitzeugen, durch Johanna Brechtken, Geschäftsführerin der Seidl-Villa, führte Friedbert Mühldorfer von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten in die Lebensgeschichte Benarios ein. Den München-Bezug stellte Anna-Jutta Pietsch von der Geschichtswerkstatt »NS-Vergangenheit in Schwabing« her. Sie war der Geschichte der Bewohner des Hauses in der Jakob-Klar-Straße nachgegangen, dem Haus der Familie Benario. Der Vater Olgas, Leo Benario, war ein sozial engagierter Münchner Anwalt. Er starb 1933. Seine Witwe Eugenie erbte das Haus, bald schon zogen Bruder und Schwester zu ihr. 1940/41 wurde das Haus zum sogenannten Judenhaus, in das über 30 Juden eingewiesen wurden, die am 21. November 1941 in Kaunas ermordet wurden. Der Versuch von Olgas Mutter, eine Ausreise nach New York zu bekommen, scheiterte. Sie wurde 1942 nach Theresienstadt gebracht. Dort, mutmaßt Pietsch, habe sie vielleicht verstanden, warum ihre Tochter Olga »so radikal gegen die Nazis gekämpft hat«.
Die Ausstellung ist bis zum 15. März zu sehen. Täglich geöffnet, außer 23./24. Februar, von 12-19 Uhr. Eintritt frei. gue

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

Müssen US-Unis Informationen über jüdische Mitarbeiter herausgeben?

Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

von Nicole Dreyfus  29.01.2026

Fernsehen

Wie Skandal-Camper Gil Ofarim erste Sympathie-Punkte sammelt

Kompliment und Kloppe für Gil Ofarim

von Aleksandra Bakmaz  29.01.2026

TV

Dschungelcamp: Gil Ofarim will nicht sprechen - oder doch?

Bei Hitze und Hunger schütten die Campteilnehmer sich gegenseitig ihr Herz aus. Am zweiten Tag in Down Under lassen die Dschungelbewohner tief blicken. Doch nicht jeder bekommt Mitleid

von Inga Jahn  25.01.2026

Leipzig

Gegensätzliche Nahost-Demos linker Gruppen 

Ein Team des MDR wurde aus der antiisraelischen Demo heraus angegriffen

 17.01.2026

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026