Düsseldorf

Kindersache

von Jan Popp-Sewing

Die jungen Pianisten waren mächtig aufgeregt. Doch einmal am Flügel, schienen sie die 160 Zuschauer zu vergessen und konzentrierten sich ganz auf die eingeübten Stücke. Unter dem Motto »Kinder spielen für Kinder« hatte die Schulpflegschaft der Düsseldorfer Yitzhak-Rabin-Schule am Sonntag in die Turnhalle an der Kaiserswerther Straße geladen.
Das von Anja Adirim und der Schulpflegschafts-Vorsitzenden Tanya Rubinstein-Horowitz monatelang vorbereitete Benefizkonzert war alles andere als alltäglich – und zeigte nebenbei, wie wichtig der jüdischen Grundschule musische Erziehung und Solidarität mit Israel sind. Mit dem Erlös aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen und dem Inhalt der aufgestellten Spendenboxen soll die Arlozorov-Schule in Ashkelon unterstützt werden. Ihre Schüler haben immer wieder unter dem Beschuss mit Kassam-Raketen zu leiden.
Als Moderatoren-Duo führten Janina Lax und der gebürtige Düsseldorfer Michael Rubinstein durchs Programm, mittlerweile Geschäftsführer der Gemeinde Duisburg. Viele der Kinder schickten ihrem Auftritt Wünsche für Israel voran, die die Moderatoren verlasen. Der Erstklässler Michael Marinin wünschte sich beispielsweise, »dass es irgendwann keine Wüste mehr in Israel geben wird«. Der Sechsjährige spielte »Variationen zum Thema Russischer Tanz« von Berkovitsch und erntete tosenden Applaus. Die Auswahl reichte von klassisch-schönen Stücken wie einem Walzer von Franz Schubert (gespielt von Maxim Kuzmenko, 6) bis zum jazzigen »Der Rosarote Panther«, gespielt von Jan Remennik, acht Jahre alt. Insgesamt beteiligten sich 25 Kinder. Vor der Pause sorgte Susan Borowsky als Gast mit »Jerusalem is mine« noch für einen Gesangs-Akzent.
Dadurch, dass die einzelnen Stücke immer nur wenige Minuten dauerten, bekam jedes der jungen Talente etwas Zeit für seinen Solo-Auftritt auf der Bühne und die Chance auf herzlichen Applaus, mit dem die Zuschauer nicht sparten. Und auch den zahlreichen Kindern im Publikum wurde es nicht langweilig. Zudem gab es ja auch noch die Pause, in der man sich mit Kaffee und Kuchen stärken konnte. Danach war dann die Tanzgruppe unter Leitung von Inna Umanska an der Reihe. Höhepunkt war der Auftritt des jungen Pianisten Jakov Zotov. Er brachte das »Impromptu Nr. 1 in As-Dur« (Chopin) und die »Etüde in F-Dur« (Moszkowski) zu Gehör. Die Hatikwa schloss die Veranstaltung ab.

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