Maccabi

Kick it like Armand

von Miryam Gümbel

Sommerzeit ist Fußballzeit. Rund 160 Münchner Mädchen und Jungen zwischen sechs und elf Jahren sind der Einladung zum sommerlichen Fußballturnier von Maccabi gefolgt, etwa 60 davon aus dem jüdischen Sportverein. Begleitet wurden sie von ihren Eltern und Freunden, die gekommen waren, um die jungen Kicker anzufeuern. Das schöne Wetter und die israelischen Speisen ließen den letzten Sonntag vor den Sommerferien zu einem großen Fest werden.
Gespielt wurde in drei Gruppen, entsprechend dem Alter. Jeder wollte den Pokal gewinnen – doch Fairness war akzeptiertes oberstes Gebot. Dass sich allein das Mitmachen lohnte, bewiesen die Medaillen, die jedes Kind zum Schluss bekam: Gold am weißblauen Maccabi-Israel-Bayern-Bändchen für die »27 Sieger«, Silber für alle 133 anderen Kicker.
Doch nicht nur die jungen jüdischen Sportler trugen ihre Auszeichnungen stolz um den Hals gehängt. Auch die christlichen und muslimischen Kinder, die mitgespielt hatten, ehrten sie wie Trophäen. Vereinspräsident Robby Rajber freute sich, dass Menschen aus 15 Nationen mit begeisterten Maccabi-Rufen die Mannschaften anfeuerten und sich auf dem Gelände an der Riemer Straße sichtlich wohlfühlten. Die Sportbegeisterten aus Afghanistan und Indien, der Türkei und China bis aus den USA jubelten gemeinsam mit Deutschen und Israelis. »Das ist Integration pur«, freute sich Vereinsmanager Maurice Schreibmann. Diesem interkulturellen Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Nationen und Religionen einen Ort zu bieten, und das Gespräch zu fördern, sei einer der Beiträge von Maccabi zur aktuellen Integrationsdebatte in Deutschland, betonte Schreibmann.
Auch beim Essen gab es keine Probleme. Und die besorgte Frage einer Muslima am Grill, ob das hoffentlich kein Schweinefleisch sei, das auf den Teller komme, war völlig unbegründet. Auf Zadoks Antwort hin, dass alles koscher sei und bei Juden und Moslems nahezu die gleichen Speisegesetze gelten, ließ sie sich dann ebenso wie alle anderen Gäste die Grillspezialitäten schmecken.
Sportlich gesehen war das sommerliche Turnier ein voller Erfolg: Die Kleinsten sorgten dafür, dass auch die Gastgeber unter den Ersten waren: Sieger bei den Bambinis der G-Jugend wurde die Mannschaft von Maccabi München. Die Tore zum 3:0-Sieg schossen Michael Alroy und Ramòn Presser. Da kannten nicht nur die Kleinen, sondern auch ihre stolzen Eltern und Freunde beim Jubeln keine Grenzen mehr.
Bei der F-Jugend gewann der SV-Lohof den Pokal – nach einem spannenden Endspiel gegen die »Makkabäer«. Freude also für die kleinen Lohofer, und bittere Tränen bei der Truppe von Trainer Patrick Guttmann. Wenn sie auch nicht den Pokal gewonnen hatten, so waren sie doch Gewinner der Herzen. In Anerkennung ihres sportlich fairen Verhaltens erhielt diese Mannschaft den erstmals ausgelobten »Fairness-Pokal«. Friedliches Miteinander im sportlichen Wettkampf ist dem Verein besonders wichtig. Und so hatte der Vorstand auch auf vereinsunabhängige Schiedsrichter Wert gelegt. Bei der E-Jugend schließlich gewann Alemannia München.
Außerdem wurden die beiden besten Torschützen ausgezeichnet: Neil Raiber von Maccabi und Julian vom TSV Lohhof. Beide hatten jeweils 14 Tore erzielt. Allein diese Tatsache illustriert den sportlichen Ehrgeiz, der besonders bei diesem Duell die beiden Mannschaften ergriffen hatte. Und sie zeigt die sportliche Erfolgskurve auf, die sich bei Maccabi in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben zieht.
Armand Presser, der die Bambinis bei Maccabi betreut und trainiert, erinnert sich noch an vergangene Jahre, als die »Makkabäer« eher »unter ferner liefen« zu finden waren. Nicht umsonst wird der engagierte Trainer, den die meisten eher als DJ hinter dem Plattenteller kennen, auf dem Vereinsgelände auch »der Magier« genannt.
Natürlich ist der Fußballerfolg nicht nur allein sein Verdienst. Außer ihm und Patrick Guttmann engagieren sich Natascha Barton, Dani und Joelle Chajet, John Komlos sowie Jakob Weizmann für den sportlichen Erfolg des Maccabi-Nachwuchses. Und dieser setzt sich dann bei den Großen fort: Adi Osterer, im Maccabi-Vorstand gemeinsam mit Steven Guttmann zuständig für Fußball, freut sich, dass derzeit zwei Herrenmannschaften in der C- und in der B-Klasse spielen und in der Münchner Liga im vorderen Feld liegen.
Damit die Erfolgskurve weiter steigt, sind bei den Kindern für die kommende Saison bereits zwei zusätzliche Mannschaften für den Liga-Betrieb angemeldet. Eine »Damen«-Mannschaft übrigens gibt es noch nicht. Beim Sommerturnier allerdings waren drei Mädchen mit am Ball.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

USA

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Die Universität Pennsylvania wehrt sich gegen die Forderung, persönliche Daten jüdischer Mitarbeitender auszuhändigen. Der Fall wird vor einem US-Bundesgericht verhandelt.

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