Benefizkonzert

Kantoren singen für den Chor

Kantoren singen für den Chor

Benefizkonzert
in der Synagoge Hüttenweg

Erst am Ende des Konzertes verließ Monika Almekias-Siegl ihren Platz an der Orgel, um sich dem Publikum zuzuwenden – so konzentriert war sie bis dahin als Organistin und Chorleiterin im Einsatz. Am Schluß gab es dann auch langanhaltenden Applaus, eine Zugabe und mehr als 800 Euro Einnahmen. Der Erlös dieses Konzertes in der Zehlendorfer Synagoge am Hüttenweg kommt dem Synagogenchor Herbartstraße zugute.
Das Geld wird dort dringend benötigt. Denn der Etat des Chores sei in den vergangenen Jahren derart zusammengestrichen worden, beklagt Monika Almekias-Siegl, daß das Geld für die Aufwandsent- schädigungen für Sänger und Kantoren gerade mal von den Sommerferien bis Rosch Haschana reiche. Deshalb hatten die Chorleiterin und ihre Sängerinnen beschlossen, ein Konzert in eigener Sache zu geben. Die Kantorin Avitall Gerstetter und die Kantoren Alexander Nachama, Laszlo Pasztor und Isaak Sheffer erklärten sich bereit, das Anliegen mit ihrem Auftritt zu unterstützen. Letzterer war aus gesundheitlichen Gründen am Samstag verhindert.
Durch das Programm führte Rabbiner Andreas Nachama. Etwa 200 Zuhörer lauschten am Schabbatausgang der kantoralen und folkloristischen Musik in der Synagoge Hüttenweg. Zu hören bekamen sie unter anderem Werke von Louis Lewandowski, Erich Mendel, Max Wollberg und Naomi Shemer.
»Ich würde mir wünschen, daß der Erlös des Konzertes so hoch ist, daß das Geld zumindest bis Ende Dezember für die Musiker reicht«, hoffte Andreas Nachama. Als »unsere Stimme der Synagoge Herbartstraße, die uns immer wieder berührt« bezeichnete er den Chor. Die Sängerinnen treten regelmäßig zu den Gottesdiensten und Festtagen in den Synagogen Hüttenweg und Herbartstraße auf.
Als Kinderchor wurde er 1979 gegründet, in erster Linie, um die Senioren im jüdischen Altersheim, das damals noch an der Iranischen Straße war, zu erfreuen. Viele Sängerinnen sind mit dem Chor großgeworden. Einige würden mittlerweile ihre eigenen Kinder zu den Proben mitbringen, erzählte Nachama.
Auch die Familie von Monika Almekias-Siegl ist mit dem Chor verwachsen. Ihre älteste Tochter sang viele Jahre mit und ihre jüngste Tochter Michal ist noch heute aktives Chormitglied. Schließlich unterstützte auch Salomon Almekias-Siegl, Kantor und Landesrabbiner von Sachsen, seine Tochter Michal und seine Frau Monika, indem er als Solist israelische Gesänge aus den 50er Jahren vortrug. Christine Schmitt

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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