stuttgart

Junge Meister

Da wächst etwas Besonderes heran. Darin sind sich alle einig, die am vergangenen Sonntag in der Hospitalstraße in Stuttgart dem Preisträgerkonzert des Karl-Adler-Mu-
sikwettbewerbs gelauscht haben. 14 Kinder, beginnend mit der erst neunjährigen Katrin Ickhelman (Klavier) aus Leipzig bis hin zu der 17-jährigen Geigerin Mirim Abramovici aus Stuttgart, begeisterten die 200 Zuschauer im Gemeindesaal der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRGW).
Abgefallen waren Stress und Anspannung des vorigen Wochenendes, an dem sie nervös auf ihren zehn- bis 20-minütigen Auftritt warten mussten. Die jungen Musiker sind die Sieger in den Sparten Klavier, Geige, Gesang, Cello, Querflöte, Trompete und Oboe des zum dritten Mal stattfindenden Musikwettbewerbs, den die IRGW ausgerichtet hat. Tat- und vor allem finanzkräftig wurden sie dabei von ihrem Vorstandsmitglied Martin Widerker und zahlreichen jüdischen Familien in Stuttgart unterstützt. So haben der erst 14 Jahre alte Alexander Krimer aus Bonn, und Mirim Abramovici für ihre herausragenden Leistungen Sonderpreise erhalten, die ihnen einen Auftritt mit einem Symphonieorchester oder Unterricht in der Meisterklasse eines Musikprofessors einbrachten. Ermöglicht hatten das die Stuttgarter Familien Suliman, Berezovski, Moroz, Vamosi und Volkova-Mendzelevskaya.
Aber auch die ganz jungen Musiker wie der zehnjährige Daniel Bräutigam freuten sich über ihr Preisgeld. »Lob und finanzielle Anerkennung motivieren die Kinder ungemein«, erklärt Organisatorin Margarita Volkova-Mendzelevskaya, die den Eifer und die Professionalität der Musiker wie ihrer Mitstreiter in der Jury nicht genug loben kann. Vorstandsmitglied Martin Wi-
derker kündigte gar an, jedem Kind in der jüdischen Schule, das eine Instrument spielen wolle, dieses zu spendieren.
Ob sie im nächsten Jahr wieder einen Wettbewerb durchführen wird, weiß Margarita Volkova-Mendzelevskaya nicht. Sie müsse erst verschnaufen. Bislang bleibe die ganze Organisation an ihr hängen. Aber sie tut es gern, lässt sie durchblicken. Dass der Karl-Adler-Musikwettbewerb ein Erfolg werden wird, kommt für sie nicht überraschend. Sie hat Erfahrung. Heide Sobotka

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026