Krieg in Gasa

»Israels Armee sollte sich bescheidenere Ziele setzen«

Herr Inbar, etwa drei Wochen dauern die Kämpfe zwischen Israel und der Hamas im Gasastreifen inzwischen an. Lassen sich schon Lehren ziehen?
inbar: Wir erleben einen asymmetrischen Krieg. Die israelische Armee kämpft gegen eine terroristische Organisation, die mit leichten Waffen und Katjuscha-Raketen ausgerüstet ist. Wann unter diesen Umständen eine Lösung gefunden werden kann, lässt sich nicht sagen.

Was ist die Taktik der Hamas?
inbar: Die Hamas-Kämpfer setzen augenscheinlich vollständig auf eine Guerillataktik. Das heißt: Sie warten, dass die israelische Armee zu ihnen kommt, um sie dann aus dem Hinterhalt anzugreifen.

Welche Rolle spielt die Hamas beim Verteilen der Hilfslieferungen?
inbar: Die Hamas nimmt sich ihren Teil der Hilfslieferungen, die vom Roten Kreuz oder anderen Hilfswerken verteilt werden. Den Rest verkauft die Hamas. Zuerst denkt sie an die Versorgung ihrer Kämpfer, erst dann an die Bevölkerung. Allerdings ist es auch so, dass die meisten Menschen im Gasastreifen die Islamisten unterstützen und etwas gegen einen Erfolg Israels haben.

Kann die israelische Armee überhaupt ihr Ziel erreichen und die Hamas ausschalten?
inbar: Die Hamas in Gasa ganz auszuschalten, dürfte wohl schwierig sein. Veränderungen, beispielsweise die Wahl einer neuen Re-gierung, müssen von innen kommen, aus der palästinensischen Gesellschaft. Die israelische Armee wäre gut beraten, sich bescheidenere Ziele zu setzen.

Mit dem Professor für politische Studien der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv und dem Direktor des Begin-Sadat Center for Strategic Studies (BESA) sprach Katrin Richter.

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