Israel/Gaza/Katar

Israel entsendet Delegation zu Gaza-Verhandlungen nach Katar

David Barnea, Chef des israelischen Auslandsgeheimdienstes Foto: copyright (c) Flash90 2022

Israel wird erstmals seit Wochen wieder an den indirekten Verhandlungen über eine vorläufige Waffenruhe und Freilassung der Geiseln im Gaza-Krieg teilnehmen. Das israelische Sicherheitskabinett habe am späten Sonntagabend die Abreise einer Delegation nach Katar genehmigt, berichteten israelische Medien.

Es wird erwartet, dass Israels Verhandler unter Leitung des Chefs des Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, noch heute nach Doha aufbrechen. Dort bemühen sich die Vermittler Katar, Ägypten und die USA, die zuletzt ins Stocken geratenen Gespräche über eine vorläufige Waffenruhe und einen Austausch von israelischen Geiseln gegen palästinensische Häftlinge voranzubringen.

Die palästinensische Terrororganisation Hamas, die auch den aktuellen Krieg mit ihren Massakern begann und Israel erklärtermaßen vernichten will, hatte den Vermittlern zuvor einen neuen Vorschlag vorgelegt. Darin verlangen die Terroristen nicht mehr, dass Israel den Krieg beendet, bevor die ersten Geiseln gegen palästinensische Häftlinge in israelischen Gefängnissen ausgetauscht werden.

Zweite Phase

Dem Vorschlag zufolge würde die unter erheblichem militärischen Druck stehende Terrorgruppe die Einstellung der Kampfhandlungen durch Israel erst zur Voraussetzung für eine zweite Phase der Geiselfreilassungen machen. Damit näherte sich die Hamas den Inhalten eines mehrstufigen Plans an, den die Vermittler vor mehreren Wochen vorgelegt hatten und den Israel akzeptiert hatte.

Weil sich die Hamas nun bewegt hat, ist Israel bereit, erstmals seit zwei Wochen wieder an den indirekt geführten Vermittlungsgesprächen in Katar teilzunehmen. Direkt verhandeln Israel und die Hamas nicht.

Weiterhin befinden sich über 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas - darunter auch der einjährige Kfir Bibas, sein vierjähriger Bruder und seine Eltern. Es wird befürchtet, dass junge Frauen, die ebenfalls weiterhin vom palästinensischen Terror festgehalten werden, Opfer sexueller Gewalt sein könnten. dpa/ja

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