Gedenkstein

Ins Licht gerückt

Gedenken und Neubeginn in einem: Bewußt hat die Münchner Gemeindepräsidentin Charlotte Knobloch den 9. November gewählt, um an diesem Tag auf die Kon- tinuität zwischen dem jüdischen Leben vor dem Nazi-Terror und dem Heute hinzuweisen. Freude und Trauer liegen hier wie an so vielen Tagen im jüdischen Jahreslauf eng beisammen.
Rechtzeitig zum Einweihungstag der neuen Hauptsynagoge steht nun seit einem knappen Monat der Gedenkstein wieder in der Herzog-Max-Straße am Platz der alten Hauptsynagoge. Er erinnert an dieses Gotteshaus, das im Sommer 1938, Monate vor der sogenannten Reichskristallnacht, abgerissen worden war, und an die Menschen, die deportiert und ermordet worden sind.
Angeregt hatten den Gedenkstein der damalige Gemeindepräsident Siegfried Neuland sel. A. und der frühere Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel. Letzterer setzt sich mit dem von ihm initiierten Verein »Gegen Vergessen – Für Demokratie« intensiv dafür ein, daß das Unrecht der NS-Zeit nicht vergessen wird. Und er hat ein wachsames Auge darauf, den Anfängen jeglicher Intoleranz zu wehren.
Das Mahnmal war während der Bauzeit des Erweiterungsbaus von Karstadt-Oberpollinger auf einem städtischen Bauhof zwischengelagert worden. Mit der Ablöse für das Baurecht hat der Konzern einen beachtlichen Beitrag zur Finanzierung des neuen Gemeindezentrums am Jakobsplatz geleistet. Karstadt hat gleichzeitig dafür gesorgt, daß der Gedenkstein gereinigt und aufgearbeitet wurde. Bei der Neuaufstellung zwischen dem Gelände der ehemaligen Synagoge und dem Künstlerhaus wurden zusätzlich Leuchtröhren in den Boden eingebracht, die ein sanftes Licht auf das Mahnmal werfen. In den ersten Novembertagen wurden auf den Nachbargebäuden zusätzliche Strahler montiert, die den Blick der Passanten auch bei Dunkelheit auf diesen geschichtsträchtigen Platz lenken. Der Verein »Gegen Vergessen – Für Demokratie« wird hier am 9. November die Namen der aus München deportierten Juden verlesen. Miryam Gümbel

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