jiddisch

»Ich hob dich zufil lib«

von Heide Sobotka

Zwi Kanar kommt. Für Michael Rockstroh ist der Auftritt des israelischen Pantomimen und Schülers des kürzlich verstorbenen Marcel Marceau in Dresden der persönliche Höhepunkt. »Dass er zugesagt hat, verbuche ich für mich als größte Erfüllung«, sagt der Mitorganisator der 11. Jiddischen Musik- und Theaterwochen in Dresden. Am Donnerstag eröffnen sie standes- gemäß mit neuen »alten« jiddischen Liedern und Instrumentalstücken, gestaltet, vertont und arrangiert von der Klesmergruppe Jontef.
In den kommenden zehn Tagen geht es Schlag auf Schlag. Das Programm vom 18. bis 28. Oktober ist gespickt mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten, Theater- und Filmvorführungen, Stadtrundgängen, einem großen Kinderprogramm und Jiddisch-Sprachkursen, für die Michael Felsenbaum aus Israel eingeladen wurde.
Klesmer in der Rockvariante spielt die Gruppe Nayekhovichi aus Moskau am 20. Oktober um 21 Uhr im Liveclub Tante Ju. Wer die musikalischen Eindrücke vom Vorabend kulinarisch verfeinern möchte, kommt am Sonntagmorgen ab 10 Uhr beim Klesmer-Brunch höchstwahrscheinlich auf seine Kosten.
»Ich hob dich zufil lib« behaupten Stefanie Knaur und Willy Schwarz in ihren Liedern und Texten über die Liebe, mit denen sie am selben Tag ab 17 Uhr in der Dreikönigskirche auftreten. Mit der grundsätzlichen Frage, was es mit der jiddischen Sprache überhaupt auf sich hat, setzte sich Michail Alexandrovich (1914-2002) – Kantor und Interpret jüdischer Lieder – auseinander. In einem Vortrag am 22. in der Jüdische Gemeinde, Hasenberg 1 werden er und sein Werk ab 17 Uhr vorgestellt.
Johanna Krause ist zum 100. Geburtstag eine Ausstellung im Gemeindezentrum gewidmet. Am 23. Oktober lädt die Gemeinde ab 19 Uhr zur Vernissage. Anhand von Dokumenten, Texten, Fotografien und künstlerischen Zeugnissen wird die Jahrhundertbiographie von Johanna Krause, einer Dresdner Jüdin, nachgezeichnet. Shulem, die Theater Company aus Je-
rusalem tritt am 24. Oktober im Theater Junge Generation, ab 19.30 Uhr auf.
»Es ist schon fast ein wenig viel, was wir in den zehn Tagen zeigen und aufführen«, sagt Michael Rockstroh. Ohne die Stadt Dresden, die Kulturstiftung Sachsen und viele Privatpersonen, die für das Festival gespendet haben, hätte man es nicht finanzieren können, sagt der Organisator, der vor einigen Jahren als jiddischer Theaterspieler zu den Kulturtagen gestoßen ist.
Noch hat das Festival gar nicht begonnen, ist Rockstroh schon mit der Vorbereitung der Kulturtage 2008 beschäftigt. 60 Jahre Israel und die Bukowina werden dann den thematischen Rahmen bilden. Aber jetzt schaut er sich erst einmal am kommenden Samstag, das Programm seines persönlichen Stargastes Zwi Kanar »A fish hot mikh nit ayngeshlungen« ab 19 Uhr im Societaetstheater an. »Das lasse ich mir nicht entgehen.«
www.jiddische-woche-dresden.de

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026