Buchmesse

Hier liest der Autor selbst

von Ayala Goldmann

Aharon Appelfeld, Lizzie Doron, David Grossmann, Zeruya Shalev und Joshua Sobol: Die Leipziger Buchmesse bietet vom 16. bis 19. März Gelegenheit, prominente Schriftsteller aus Israel persönlich kennenzulernen. Bei der israelischen Autoren‐Nacht in der Alten Nikolaischule in der Leipziger Innenstadt am 16. März kommen alle fünf Schriftsteller mit Kurzlesungen aus ihren neueren Werken zu Wort. Danach kann das Publikum mit jedem Autor eine halbe Stunde diskutieren – der Abend wird vermutlich nicht vor Mitternacht enden. Appelfeld liest aus seinem neuen Roman Bis der Tag anbricht, David Grossmann aus seiner Bibeladaption Löwenhonig, Lizzie Doron und Zeruya Shalev präsentieren ihre bereits im vergangenen Jahr erschienenen Romane Ruhige Zeiten und Späte Familie, Joshua Sobol stellt seinen kontrovers diskutierten Agentenroman Whisky ist auch in Ordnung vor.
Vergangenes Jahr war die israelische Botschaft in Leipzig erstmals mit einem eigenen Stand vertreten. Anlaß war der 40. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel. So gut besucht waren die Veranstaltungen, daß die Botschaft auch ohne Jubiläum dieses Jahr wieder auf der Messe präsent ist. Die Verantwortlichen wissen, daß Israels Autoren kulturelle Exportschlager sind. Der Markt für israelische Literatur in Deutschland boomt, deutsche Verlage reißen sich nach wie vor um die Übersetzung der Neuerscheinungen hebräischsprachiger Autoren. Aus dem ursprünglich als einmaligem Ereignis geplanten israelischen Stand könnte eine „ständige Vertretung“ in Leipzig werden.
Zur Leipziger Tradition gehört seit 15 Jahren die von der Bertelsmann‐Stiftung organisierte Veranstaltungsreihe „Jüdische Lebenswelten“. Von Donnerstag bis Sonntag wird die Alte Nikolaischule wieder zu einem Dreh‐ und Angelpunkt jüdischer Lesekultur. Interessant werden könnte eine Diskussion mit Micha Brumlik über sein neues Buch zu Sigmund Freud, den Begründer der Psychoanalyse. Der Schoa‐Überlebende Mietek Pemper spricht mit Amelie Fried über Schindlers Liste – die wahre Geschichte. Die Journalistin Franziska Augstein wird mit dem Historiker Dan Diner über Hannah Arendt diskutieren. Minka Pradelski (Und da kam Frau Kugelmann) und Viola Roggenkamp (Erika Mann, eine jüdische Tochter) stellen ihre Bücher vor.
Natürlich macht auch der aktuelle „Heine‐Hype“ um Leipzig keinen Bogen. Vier Veranstaltungen sind dem vor 150 Jahren verstorbenen Dichter gewidmet: Ein Vortrag aus Heine‐Briefen Und grüßen Sie mir die Welt, Autorenlesungen aus der Heine‐Biografie Taubenherz und Geierschnabel von Fritz Raddatz und aus Kerstin Deckers Heinrich Heine – Narr des Glücks sowie eine Veranstaltung mit antiquarischen Buchschätzen zu Heine.
Auch wer einige der Bücher auf dem Veranstaltungsplan der „Jüdischen Lebenswelten“ schon kennt – die Chance, so vielen Autorinnen und Autoren persönlich zu begegnen, bieten nur die drei Tage Leipzig. Anders als das Frankfurter Pendant im Herbst richtet sich die Leipziger Buchmesse nicht nur an ein Fachpublikum, sondern an die Endverbraucher. Lesehungrige aus der ganzen Bundesrepublik reisen an, um ein paar Tage lang im Bücherrausch zu versinken. Mit gut 108.000 Gästen (plus sechs Prozent gegenüber 2004) hat die Leipziger Buchmesse im vergangenen Jahr einen neuen Besucherrekord aufgestellt. 2006 dürfte sich das noch einmal steigern. Wer bisher allerdings kein Hotel gebucht hat, muß sich wohl auf einen Tagesbesuch beschränken, denn in Leipzig ist zu Zeiten der Buchmesse selten ein Zimmer frei.

www.leipziger-buchmesse.de/
www.mdr3.de/scripts/leipzig-liest-2006.

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