Iran

Geschäftsschluss

von Ingo Way

Die Deutsche Bank will künftig keine Geschäfte mehr mit dem Iran machen. Das teilte Ronald Weichert, ein Sprecher von Deutschlands größtem Bankhaus, Ende Juli der Presse mit. Iranischen Kunden wurde seitens der Deutschen Bank mitgeteilt, dass die »Geschäftsverbindungen aus über- geordneten geschäftspolitischen Gründen« zum September eingestellt würden.
Zugleich wird dementiert, dass der Verzicht auf Iran-Geschäfte auf Druck der USA erfolgt sei. Im Juli hatte Stuart Levey, Unterstaatssekretär des US-Finanzministeriums, Gespräche mit Vertretern mehrerer Banken in Deutschland geführt, um sie davon zu überzeugen, wegen des iranischen Atomprogramms von Geschäften mit dem Mullah-Staat abzusehen. Die USA verfolgen eine Politik der wirtschaftlichen Isolierung des Iran, die über die UN-Sanktionen hinausgeht, um das Land vom Bau atomarer Waffen und von der Terrorfinanzierung abzuhalten. Bereits im Januar hatte das zweitgrößte deutsche Kreditinstitut, die Commerzbank, ihren Dollarhandel mit dem Iran eingestellt. Vorangegangen waren bereits Anfang 2006 die beiden Schweizer Großbanken USB und Crédit Suisse.
Nun sagten auch Vertreter der Deutschen Bank Levey zu, ihre Geschäfte mit iranischen Firmen einzustellen. Da sich die meisten Firmen im Iran in Regierungshand befinden, kommen Geschäftsbeziehungen mit ihnen einer direkten Kooperation mit dem Regime gleich. Levey hatte zuvor in einem Interview mit dem Südwestrundfunk den Iran als »Zentralbanker des Terrorismus« bezeichnet. Die staatliche iranische Bank »Saderat« habe über ihre Londoner Filiale Gelder auf die Zweigstelle in Beirut geschleust, um sie von dort an Terrororganisationen wie die Hamas, den palästinensi- schen Islamischen Dschihad, die Volksfront zur Befreiung Palästinas und an die Hisbollah zu verteilen, sagte Levey.
Mit den UN-Sanktionen soll das iranische Regime gezwungen werden, die Herstellung von waffenfähigem Uran einzustellen. Noch immer ist Deutschland der wichtigste Handelspartner der Islamischen Republik. Nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer unterhalten rund 12.000 deutsche Firmen Handelsbeziehungen mit dem Iran. Diese Geschäfte werden durch Hermes-Bürgschaften der Bundesregierung abgesichert. Das bedeutet, dass der Staat die eventuellen Verluste deutscher Firmen aus Steuermitteln ersetzt. Forderungen der US-Regierung, diese Ausfuhrgewährleistungen einzustellen, weist die Bundesregierung allerdings scharf zurück. Man werde lediglich die UNO-Sanktionsbeschlüsse umsetzen, mehr nicht, hieß es aus Berlin. Der Zentralrat der Juden in Deutschland fordert die Bundesregierung schon seit Langem zu Wirtschaftssanktionen gegen den Iran auf. Auch der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hatte im Dezember vergangenen Jahres die deutschen Hermes-Bürgschaften für Iran-Geschäfte scharf kritisiert. Aber auch seine Warnung verhallte ungehört.

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026

Diplomatie

»25 Gründe, warum ich Israel vermisse«

Der deutsche Botschafter Steffen Seibert verlässt in wenigen Tagen nach vier Jahren das Land und kehrt zurück nach Berlin

von Sabine Brandes  30.06.2026

Resümee

Felix Klein: Lebensqualität für Juden hat sich verschlechtert

Nach acht Jahren im Amt wechselt der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, im August den Job. Auf seine Amtszeit blickt der 58-Jährige mit gemischten Gefühlen zurück

von Corinna Buschow, Markus Geiler  29.06.2026

Bündnis Sahra Wagenknecht

Mit einer Portion Antisemitismus gegen den Zionismus

Das Jugendbündnis im BSW hat einen Beschluss zum Zionismus gefasst, der aufhorchen lässt. Auf Instagram verwendete der Verband zudem antisemitische Bildsprache aus der NS-Zeit

von Michael Thaidigsmann  22.06.2026

Zeitgeschichte

Georges-Arthur Goldschmidt sieht Guillotine am Beginn der Schoa

Der französisch-deutsche Schriftsteller sagte in einem Interview »Diese Normalisierung der Todesstrafe hat Europa zerstört.«

 09.06.2026