Benefiz-Gala

»Geld gut angelegt«

Die Jubiläen sind nicht gerade rund. Seit 106 Jahren gibt es die Bank Leumi, und die Women’s International Zionist Organization (WIZO) wurde vor 88 Jahren ins Leben gerufen. Doch der 60. Geburtstag Israels bot beiden Organisationen Anlass genug, zu Ehren des jüdischen Staates am vergangenen Sonntagabend ein Festbankett im Berliner Hotel Intercontinental zu veranstalten. Eine naheliegende Adresse – ist doch das Interconti eines der wenigen Hotels in Berlin, das koschere Küche anbietet.
Nach der Eröffnung des Abends durch die Moderatorin Alice Brauner und Grußworten des neuen israelischen Botschafters in Deutschland, Yoram Ben-Zeev, und des Berliner Wirtschaftssenators Harald Wolf mahnte Rachel Singer, Präsidentin von
WIZO Deutschland, dass man bei allen Erfolgen Israels auf wirtschaftlichem Gebiet nicht vergessen dürfe, dass dort 20 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze leben. Ihnen wolle WIZO unter die Arme greifen – nicht zuletzt mit Spenden von der Bank Leumi. Mit den Worten »Ihr Geld ist bei uns gut angelegt« überreichte Singer die WIZO-Medaille an Galia Maor, die Präsidentin der Bank Leumi.
Maor, laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes eine der 100 mächtigsten Frauen der Welt, sprach zunächst ihre Trauer über die acht ermordeten Studenten in Jerusalem aus. Doch trotz ständiger Bedrohung sei die wirtschaftliche Entwicklung Israels ein »Lichtblick«: Der Schekel sei stabil, man habe fünf Prozent jährliches Wachstum und habe mit den westeuropäischen Volkswirtschaften aufgeschlossen. »Innerhalb krisengeschüttelter Kapitalmärkte steht insbesondere die Bank Leumi für Stabilität«, so Maor nicht ohne Stolz.
Leumi, 1902 von Theodor Herzl in London gegründet, ist wohl das einzige Beispiel einer Zentralbank, die lange vor der Gründung des dazugehörigen Staates eröffnet wurde. Leumi gab die ersten israelischen Banknoten heraus und ist heute die zweitgrößte israelische Bank. Außerhalb Israels verfügt sie weltweit über 83 Filialen in 21 Ländern, bis hin zu den Kaiman-Inseln.
Mit einem Streifzug durch Israels Musikgeschichte, dargeboten vom Alex Original Sextett, endete der Abend schließlich auf der Tanzfläche. Ingo Way

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