Protest gegen Ahmadinedschad

Gefahrenabwehr

von Ingo Way

Die Organisationen »I like Israel e.V.« und »Honestly Concerned« rufen derzeit in einem Flugblatt zu einer Demonstration am 28. Januar 2007 in Berlin auf. Es geht gegen das Atomprogramm des Iran und die anti-israelische Politik des Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Die Veranstalter haben eine Großdemonstration mit bis zu 8.000 Teilnehmern im Sinn, die ein Modell für entsprechende Veranstaltungen in anderen europäischen Hauptstädten werden soll. Zeitgleich mit der Berliner Demonstration werde es etwa in Rom einen ähnlichen Aufmarsch geben, hieß es. Auch in Lissabon würden bereits Vorbereitungen zu einer vergleichbaren pro-israelischen Großdemonstration getroffen.
Während zahlreiche jüdische Gemeinden den Demonstrationsaufruf unterstützen, gehen der Zentralrat der Juden in Deutschland, die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) und das American Jewish Committee auf Distanz zu den Veranstaltern. Der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer, reagierte auf deren Anfrage, die Demonstration zu unterstützen, ablehnend. Dabei haben die Veranstalter nach eigenen Angaben gleich zu Beginn der Vorbereitungen den Zentralrat der Juden um Mitarbeit gebeten. Die Präsidentin des Zentralrats, Charlotte Knobloch, begründet die Absage im Interview mit der Jüdischen Allgemeinen mit der fehlenden »breiten gesellschaftlichen Koalition«, die eine solche Demonstration tragen müsse, und kündigt eigene Initiativen gegen die Vernichtungsdrohungen des Mullah-Regimes an (vgl. Seite 1).
Die Deutsch-Israelische Gesellschaft, die den Aufruf zunächst hatte mittragen wollen, stört sich vor allem daran, dass es zu wenige gemeinsame inhaltliche Diskussionen im Vorfeld gab. Auch der »aggressive Stil« des Aufrufs stieß dort auf Kritik. Unter der Schlagzeile »Ich will den atomaren Holocaust« ist auf dem Flugblatt ein Porträt Ahmadinedschads zu sehen, der in einer Fotomontage über einem Atomkraftwerk mit dampfenden Schloten thront. Darunter ist die Eisenbahnzufahrt zum Konzentrationslager Auschwitz abgebildet. Unterzeile: »Demonstriert gegen den gefährlichsten Politiker unserer Zeit«. Man wünsche der Demonstration viel Glück, so ein Sprecher der DIG, doch halte man ein inhaltliches Konzept, das auch Kirchen, Gewerkschaften und Parteien die Teilnahme ermögliche, für hilfreicher. Auch stelle der Vergleich Ahmadinedschads mit Hitler die Singularität von Auschwitz in Frage.
Mitveranstalter Leo Sucharewicz kann die Bedenken nicht nachvollziehen. Der Vergleich mit Hitler sei auch schon von anerkannten Politikern und Wissenschaftlern gezogen worden. Ferner sei der Zuspruch für die Demonstration »überwältigend«: Über 200 Organisationen hätten ihre Teilnahme zugesagt, 50 davon hätten den Aufruf mitunterzeichnet.
Das Berliner Büro des American Jewish Committee, das den Demonstrationsaufruf ebenfalls nicht mitträgt, möchte sich diesbezüglich nicht äußern.

Die Universität Pennsylvania will nicht auf die Forderung eingehen, Daten jüdischer Mitarbeitenden zu veröffentlichen.

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