NPD

Gefährlich militant

Die NPD verfügt über eine sehr dünne Personaldecke. Das ist nichts Neues, wird vor Wahlen aber stets besonders deutlich. Flächendeckend wollen die Rechtsextremisten antreten, denn die NPD fühlt sich als Volkspartei. Da sie das aber gar nicht ist, ragt unter der Personaldecke mal ein Hitlergruß hervor, mal ein Spingerstiefel, mit dem jemand zusammengetreten wurde oder ein ganzer NPD-Kandidat, der wegen einer tödlichen Hetzjagd verurteilt wurde. Letzteres ist jetzt in Brandenburg geschehen. Dort gibt es am 28. September Kommunalwahlen, und die NPD will in der Lausitz Alexander Bode ins Rennen schicken. Der gilt als Haupttäter der Hetzjagd von Guben im Jahr 1999. Das Opfer, ein Flüchtling aus Algerien, kam dabei ums Leben – er verblutete, nachdem er eine Glastür eingetreten hatte, um dem Mob zu entkommen. Bode wurde wegen versuchter Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt, kam aber mit einer Jugendstrafe von zwei Jahren davon, auf Bewährung. Der Verfassungsschutz moniert, diese Urteile wirkten nicht abschreckend. Gerade jüngere Angehörige der rechtsextremen Szene Gubens hätten weiterhin keine Scheu, ihre Fremdenfeindlichkeit auch gewaltsam auszuleben.
Der NPD ist das egal. Sie bezeichnet in einer Mitteilung die tödliche Hetzjagd als »Klamotte«, die herausgekramt würde, um der Partei zu schaden. Zudem habe es gar keine Hetzjagd gegeben, das Opfer sei als »Drogendealer« bekannt gewesen. Also: selbst schuld. Solche Propaganda kommt an: Eine Gedenktafel für den getöteten Algerier ist in Guben etliche Male geschändet, zerschlagen oder gestohlen worden.
Ein vorbestrafter Kandidat und militanter Neonazi auf einer NPD-Liste, das ist keine Ausnahme. In Brandenburg tritt neben Bode auch Frank Hübner an. Der war laut Moses-Mendelssohn-Zentrum Chef der 1992 verbotenen Deutschen Alternative, deren Mitglieder an rassistischen Gewalttaten beteiligt gewesen sein sollen. Zudem war Hübner bereits zu DDR-Zeiten Mitglied einer neonazistischen Wehrsportgruppe.
Bei den ebenfalls am 28. September stattfindenden Landtagswahlen in Bayern tritt die NPD mit Norman Bordin an, der bereits mehrfach vorbestraft ist, unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung. Bordin war an einem brutalen Überfall auf einen Griechen beteiligt.
Zu den Schlägern soll auch Björn Balbin gehört haben, der ebenfalls für die NPD in Bayern antritt. Dazu kommen noch diverse weitere Kandidaten mit unterschiedlichen Vergehen. Damit die NPD ihre Liste überhaupt voll bekommt, schickt sie auch Anneliese Michel, geboren 1915, ins Rennen. Immerhin: Nach vorliegenden Informationen ist Michel nicht vorbestraft. Keine Selbstverständlichkeit bei der NPD. Patrick Gensing

Leipzig

Gegensätzliche Nahost-Demos linker Gruppen 

Ein Team des MDR wurde aus der antiisraelischen Demo heraus angegriffen

 17.01.2026

TV-Tipp

Als David Bowie weinte: Arte-Doku beleuchtet die Schattenseiten eines musikalischen Genies

Oft feiern Filmporträts ihre Protagonisten mehr oder weniger unkritisch. Eine Arte-Doku über Popstar David Bowie wählt einen anderen Weg - und ist genau deshalb so gelungen

von Manfred Riepe  14.01.2026

Brandenburg

»Was soll der Scheiß?«: Nach Brandanschlag - Büttner übt scharfe Kritik an Linken-Spitze

Die Hintergründe

 10.01.2026

Antisemitismus

Die kruden Thesen eines AfD-Abgeordneten

Ein AfD-Parlamentarier teilte einen Instagram-Post, in dem die Rothschild-Familie mit dem Untergang der »Titanic« 1912 in Verbindung gebracht wird

 08.01.2026

Brandenburg

Generalstaatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen nach Anschlag auf Büttner

Nach dem Brandanschlag und die Morddrohung gegen den Antisemitismusbeauftragten haben die Ermittler eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt

 07.01.2026

Potsdam

Antisemitismusbeauftragter erhöht Sicherheitsvorkehrungen

Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner ist immer wieder Drohungen ausgesetzt. Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung per Brief verschärft er nun Sicherheitsmaßnahmen. Die Solidaritätsbekundungen für ihn reißen nicht ab

 07.01.2026

Westjordanland

Netanjahu schreibt Siedlergewalt einer »Handvoll Kids« zu

Nach Kritik der Trump-Regierung an Israels Vorgehen in der Westbank wiegelt Israels Premierminister ab - und zieht noch mehr Kritik auf sich

 01.01.2026

Israel

Israel führt Gedenktag für marokkanische Juden ein

Die Knesset hat beschlossen, einen Tag zur Erinnerung an die marokkanisch-jüdische Einwanderung zu schaffen

 31.12.2025

Gaza

37 Hilfsorganisationen in Gaza und im Westjordanland droht Lizenz-Entzug

Israel will sich vor Terrorverbindungen in Hilfsorganisationen schützen. Die Einrichtungen warnen vor humanitären Konsequenzen

 31.12.2025