Schweinegrippe

»Ganz wichtig ist die Hygiene«

Herr Dr. Reich, ist die Angst vor der Schweinegrippe berechtigt?
Momentan halte ich es eher noch für eine Hysterie. Die Menschen sind von den Medien massiv verunsichert und glauben, schon wenn sie über Infekte mit Husten, Heiserkeit und Fieber klagen, dass es der H1N1-Virus ist. Auch Patienten, die Kontakt mit Urlaubern hatten, die aus Spanien zurückgekehrt sind, zeigen sich höchst verunsichert. Ich hatte in meiner Praxis bereits mehrere Verdachtsfälle, die bei uns in einem besonderen Zimmer einem Schnelltest unterzogen werden. Aber Gott sei Dank waren noch keine Fälle von Schweinegrippe dabei.

In Israel gab es am vergangenen Wochen- ende bereits die zweite Grippetote. Was gilt es bei Reisen dorthin zu beachten?
Man sollte sich dort so verhalten, wie es auch hier ratsam ist: Das wichtigste ist, Menschenansammlungen zu vermeiden. Und zu-
dem sollte man viel Wert auf Hygiene legen, immer wieder die Hände reinigen und desinfizieren.

Bei den im Sommer veranstalteten Ma-
chanot kommen Kinder und Jugendliche aus der ganzen Welt zusammen. Wie steht es um die Gefahr bei Sommercamps?
Auch hier ist die Hand-Desinfektion ganz wichtig. Und wenn die Kinder und Jugendlichen von den Camps zurückkommen, sollten die Eltern auf eventuelle Symptome achten. Ansonsten ist es auch nach der Rückkehr ratsam, das Immunsystem zu stärken: gut essen und trinken, ausreichend Nährstoffe und Vitamine. Wenn es dann in einigen Wochen einen Impfstoff gegen den Virus gibt, sollte auch über diese Prophylaxe nachgedacht werden.

Nach den Sommerferien stehen die Hohen Feiertage an, zu denen es in den Synagogen richtig voll wird. Was ist dann wichtig?
Ich sehe auch dort keine besondere Gefahr, wenn man sich an das zuvor Gesagte hält. Eine Besonderheit ist sicherlich das Fasten an Jom Kippur, da haben vor allem ältere oder kranke Menschen ein Zusatzrisiko. Man sollte vor und nach dem Fasten ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Dann dürfte nichts schiefgehen.

Also insgesamt Entwarnung?
Momentan ja. Aber wie es in ein oder zwei Monaten aussieht, vermag ich nicht zu sagen. Die Situation kann sich wöchentlich ändern. Wir wissen auch nicht, was geschehen wird, wenn die kältere und feuchtere Jahreszeit beginnt. Aber schon jetzt stelle ich fest, dass die Zahl der Infekte zugenommen hat. Die Praxis ist voll. So etwas habe ich im Sommer noch nicht erlebt. Von den Patienten haben etwa 30 Prozent grippale Infekte, aber eben nicht die »Schweinegrippe«.

Was tun, wenn zum Beispiel am Schabbat der Kiddusch-Becher die Runde macht?
Der Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, würde ich davon abraten, dass mehrere Personen aus dem selben Gefäß trinken.

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert

Fussball

Kopfball mit Kippa

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Jan Feldmann  01.04.2026

Podcast

»Arbeiten im Krieg ist eine große Herausforderung«

Zwischen Bomben und Bunker: Wie unsere Korrespondentin in Tel Aviv ihren Alltag erlebt

von Jan Feldmann, Sabine Brandes  01.04.2026

Video

Zwischen Matzen und Kneidlach: Stimmen aus einem koscheren Supermarkt

Kurz vor Pessach: Vorbereitungen auf den Feiertag – Stimmen aus »Kosherlife«

von Jan Feldmann  01.04.2026

Wirtschaft

Iran-Krieg treibt Inflation auf höchsten Stand seit 2024

Teurer Sprit, steigende Preise für Strom und Gas: Die Kämpfe im Nahen Osten haben schon im ersten Kriegsmonat die Verbraucherpreise angeheizt. Bald könnten auch andere Warengruppen betroffen sein

von Alexander Sturm und Christian Ebner  30.03.2026

Die israelische Raketenabwehr hat eine aus dem Libanon anfliegende Terror-Rakete im Visier.

Nahost

Libanon muss jetzt handeln

Die Hisbollah hat äußeren Druck jahrzehntelang in politische Stärke verwandelt. Doch ihr aktueller Legitimitätsverlust ist hausgemacht — und eröffnet dem Libanon erstmals die Chance, das Machtgefüge im eigenen Land zu verändern.

von Leo Benderski  26.03.2026

Berlin

»Grenzen der Erinnerung erweitern«

Argentinien hat von Israel die Präsidentschaft der International Holocaust Remembrance Alliance übernommen. In der Botschaft des südamerikanischen Landes wurde das mit einer Zeremonie gefeiert

 26.03.2026